Martin Große-Oetringhaus erzählt über die Indio-Welt Boliviens

Rechte für Straßenkinder

das Foto zeigt...

Eigentlich wissen die Schüler und Schülerinnen der 6. Jahrgangsstufe am Gymnasium Blomberg schon eine ganze Menge über Kinder in Lateinamerika, denn das „Pachamamaprojekt“, durch das sie viel über das Leben Peruanischer Kinder erfahren haben, liegt gerade hinter ihnen. So traf der Pädagoge und Jugendbuchautor Martin Große-Oetringhaus bei seiner Lesung in Blomberg auf Zuhörer, die ihm sagen konnten, welche Rechte Kinder in aller Welt besitzen, die aber in vielen Ländern für eine große Anzahl von Kindern offenbar keine Geltung haben.

Gern ließen sich die Schüler und Schülerinnen mitnehmen auf die Reise zu den „Motten von Cochabamba“, wie die Straßenkinder in einer der größten Städte Boliviens genannt werden.

Mit Hilfe einer Dia-Serie veranschaulichte Große- Oetringhaus eine Demonstration der Straßenkinder von Cochabamba, die mit Theaterspiel und Plakaten auf ihre schwierige Situation aufmerksam machten. Zum Beispiel forderten die Kinder das Recht auf Schulbesuch, der ihnen meist verwehrt bleibt, da sie sich und ihre Familie mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser halten müssen.

Ein herumgezeigtes Kokablatt ließ die Schüler vermuten, dass diese Pflanze offensichtlich in Bolivien von großer Bedeutung ist. Zum einen trinkt man Koka-Tee. Der hilft den Menschen, in den Städten, die bis zu 4000 m hoch liegen, leben zu können. Zum anderen verarbeitet man die Pflanze zum Rauschmittel Kokain, das, regelmäßig genossen, zu schwerer körperlicher und geistiger Zerrüttung führt.

Im spannenden Roman „Kokaspur“ geht es um ein Familiendrama in einem bolivianischen Dorf. Lebendig las Martin-Große-Oetringhaus von Marilin, die ihren Bruder in der großen Stadt sucht und in die Welt der Drogenhändler gerät. Den Schülern wurde dadurch ein anschaulicher Blick auf die Abhängigkeit armer Länder und Menschen vom Drogenhandel ermöglicht.

Im Anschluss an die Lesung hatten die Zuhörer Zeit, dem Autor Fragen zu stellen. Sie wollten wissen, wie man an Buchideen kommt, wer die Bücher druckt, wie viele Bücher man als Schriftsteller so schafft – Martin Große-Oetringhaus antwortete mit großer Geduld und informierte die Schüler über seine spannenden Erlebnisse. Als Mitarbeiter von „terre des hommes“ bereiste er viele Länder der Dritten Welt und fand dort den Stoff für seine Romane.

Sein Schlusswort: „Ihr könnt den Kindern helfen, aber nicht nur mit Spenden, sondern indem ihr Bananen oder Kaffee zu dem Preis kauft, den die Produkte wirklich wert sind!“

Kommentare sind geschlossen.