Musikunterricht in der deutsch-französischen Woche

„Je parle francais, also bitte sing weiter“, kann man den bekannten Hit von Namika leicht abwandeln, um das Motto für den Musikunterricht in der deutsch-französischen Woche am HVG zu beschreiben, den Frau Witkop und Frau Dr. Naal-Glaßer im Tandem auf Anregung von Französischlehrerin Frau Dr. Marx am Dienstagnachmittag, den 22. Januar 2019, gemeinsam mit ihren Musikkursen der Jahrgangsstufe 6 durchgeführt haben.

Der sonst parallel liegende Musikunterricht der Klassen 6a und 6b wurde kurzerhand zusammengelegt, so dass im großen Musikraum des HVG etwa 60 Schülerinnen und Schüler in ausgewählte Schnittmengen deutsch-französischer Sprache, Musik und Kultur schnuppern konnten, so wie es eben in 90 Minuten möglich ist. Nicht nur die „Franzosen“ als Spezialisten, sondern auch die „Lateiner“ als Gäste konnten so das ein oder andere Bekannte aus Fachunterricht oder Medien in einen sinnvollen Kontext einbetten. Passend war es auch, dass – medial präsent – genau an diesem Tag der deutsch-französische Freundschaftsvertrag vom 22. Januar 1963 erneuert wurde.

In einem riesigen Kreis stehend eröffneten Bewegungs- und Stimmbildungsspiele den Unterricht: Im Verbund mit den französischen Zahlen kamen neben ausreichend Spaß auch französische Aussprache, Teamgeist sowie Reaktionsvermögen zum Zuge. In der darauffolgenden Unterrichtssequenz versammelten sich die Schülerinnen und Schüler um den Flügel, um den Song „Je ne parle pas francais“ von Namika auf deutsch-französische Ausdrücke hin zu untersuchen, zu übersetzen und zu singen. Der Vergleich der eigenen musikalischen Erarbeitung mit dem Original und dem offiziellen Videoclip von Namika regte einen Austausch der Heranwachsenden über Erfahrungen mit Frankreich an. Bekannte französische Orte, Begriffe oder Satzbausteine aus dem Lied wurden genannt („Salut, qu´ èst-ce que vous cherchez?“, „Champs-Elysées“, „esprit“, „liberté“, etc.) sowie Wissen über die Hauptstadt Paris, Präsident Macron oder die französischen Fußballspieler Zidane oder Ribéry kundgetan. Die Erkenntnis, dass bei zwischenmenschlicher Sympathie Sprachbarrieren kein Hindernis sein müssen, um sich näher kennenzulernen, schloss diese Unterrichtssequenz ab.

In einem zweiten Block beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit der französischen Nationalhymne, der Marseillaise. Diese Unterrichtssequenz bot die Gelegenheit für binnendifferenziertes Arbeiten. So konnten die „Franzosen“ die Textbausteine übersetzen und die Lateiner die deutsche Übersetzung sinngemäß ordnen und interpretieren. Im Vergleich mit der deutschen Nationalhymne wurden inhaltliche sowie musikalische Eigenheiten kritisch analysiert und beschrieben. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren auch einiges über die Herkunft der Marseillaise sowie die französische Revolution mit ihren Schlagworten Liberté, Egalité und Fraternité und ihre Bedeutung auch für das deutsche Grundgesetz und die gesellschaftlichen Werte der Gegenwart.

Am Ende dieses interessanten Nachmittags wurden noch einmal entspannt alle Sinne bedient, wenn die Schülerinnen und Schüler unter Hören verschiedener alter und neuer französischer Hits (von Juliette Gréco über Patricia Kaas bis Zaz) die deutschen und französischen Nationalhymnen zeichnen sowie leckere „Madeleines“ schnabulieren konnten. Alles in allem eine runde Sache. Gerne wieder. Salut und Á bientot!

Naa

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