Hören, Lauschen, Lernen

Ein halbes Jahr vor der Einschulung eines Kindes kann der BISC- Test durchgeführt werden. Jedem Kind werden einzeln die Fragen aus einem Fragenkatalog gestellt, die es beantworten muss. Nach der Auswertung kann festgestellt werden, ob eine Schwäche vorliegt. Falls eine vorliegt, wird das Kind seiner Sprachentwicklung entsprechend in eine Gruppe eingeteilt, die nie größer als 4- 8 Kinder sein sollte, damit auf jedes Kind individuell eingegangen werden kann und es keine Hemmungen in der Gruppe gibt zu sprechen.

Das Würzburger Trainingsprogramm „hören, lauschen, lernen“ bezieht sich auf diese Gruppeneinteilung und hat ein Programm erstellt, das sich für 10- 15 Minuten pro Tag auf insgesamt 20 Wochen erstreckt. Während dieser Zeit werden maximal zwei kindgerechte Spiele mit den Kindern gemacht, die in verschiedene Gruppen eingeteilt sind.

Alle beziehen sich auf die Förderung des phonologischen Bewusstsein.

  • Lauschspiele: Aufmerksamkeit der Kinder wird auf Geräusche und Laute in ihrer Umgebung gerichtet
  • Reimen: Es soll bewusst gemacht werden, dass die gesprochene Sprache nicht nur eine Bedeutung hat, sondern auch eine erhörbare Form.
  • Lautstruktur der Sprache ( der Klang der Wörter) soll beachtet werden.
  • Sätze und Wörter: Dass das Gesagte in kleinere Einheiten aufgeteilt werden kann und dass es unterschiedlich lange Sätze gibt, soll den Kindern bewusst werden.
  • Silben: Erkenntnis, dass Wörter sich in Silben zerlegen lassen (Analyse) und dass einzelne Silben zu Wörter zusammengezogen werden können.
  • Anlaute: Einführung in die kleinste Einheit der Sprache, die Laute der Phoneme bzw. Anlaute als erster Laut im Wort.
  • Phoneme/ Laute: Konzentration auf Laute innerhalb eines Wortes.

Ziel ist es, dass die Kinder genauer auf das, was sie gesagt haben, hinhören und sich der Sprache generell bewusst werden. Sie sollen das Gehörte Sehbarem zuordnen können, was in der Schule für das Erlernen von Buchstaben notwendig ist. Es sollen zudem Grammatikfehlstellungen korrigiert werden und die gesamte Aussprache verbessert werden.

Nach der Durchführung wird nochmals der gleiche Test mit jedem Kind einzeln durchgeführt. In der Regel fällt dieser besser aus als der erste und im Kindergartenalltag sind schließlich deutliche Besserungen zu erkennen. Die Kinder denken z.B. viel öfter über Wörter und über Gesagtes nach und achten viel mehr darauf, dass sie die Wörter richtig aussprechen.

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