Ralf Isau: Das Museum der gestohlenen Erinnerungen

Informationen:

  • Verlag: Thienemann
  • Erscheinungsjahr: 1997
  • Erscheinungsort: Stuttgart

Inhalt: In dem Buch geht es um den Kampf mehrerer Menschen gegen einen alten babylonischen Gott namens Xexano. Am Anfang bemerken die Zwillinge Jessica und Oliver, dass sie ihren Vater Thomas vergessen haben. Er ist ohne jede Spur einfach aus ihrem Leben verschwunden. Bei der Suche nach ihm erkennen sie, dass ihr Vater sich in Quassinja aufhält, das ist das Reich der verlorenen Erinnerungen und wird von Xexano beherrscht. Thomas versucht dort, Xexano zu besiegen, der den Menschen die Erinnerungen stiehlt, um mächtig zu werden. Auch Oliver geht nach Quassinja, um Thomas zu finden. Jessica bleibt auf der Erde und versucht dort, Xexano aufzuhalten. Sie sieht die Folgen seines Erinnerungsdiebstahls, z. B stärkere Fremdenfeindlichkeit. Immer mehr Hintergründe erfahren die Zwillinge über Xexano und erkennen, warum es so wichtig ist, ihn zu besiegen.

Spannung: Die Spannung ist lange sehr hoch. Es schwankt nur etwas zwischen den Erlebnissen Olivers und Jessicas, weil Olivers Handlung abwechslungsreicher ist und Jessica eher Spurensuche betreibt. Das Ende ist der absolute Höhepunkt, andere Teile sind nicht so stark.

Charakteristische Mittel: Das Buch ist aus der personalen Erzählsituation geschrieben und wechselt immer zwischen den beiden Zwillingen. Der Leser erfährt nur, was sie herausfinden. Die Wechsel sind kapitelweise, sodass sich bestimmte Ereignisse in einer Welt später in der anderen erklären. Die Sprache ist sehr klar. Fachbegriffe, z.B. aus der Archäologie, die eine wichtige Rolle spielt, werden immer sofort erklärt, auch wenn sie recht geläufig sind.

Wirkungsabsicht: Das Buch soll zeigen, wie wichtig Erinnerungen für Menschen sind. Ohne sie begeht man alte Fehler noch einmal. Das Buch nimmt als drastisches Beispiel den Holocaust, nennt aber auch andere aktuelle, wie das Abschieben älterer Menschen in Altenheime. Gleichzeitig wird das Verständnis für die Antike und die Leistungen der damaligen Menschen gefördert. Diese Wirkung kommt ziemlich klar beim Leser an.

Leseempfehlung: Für alle Fantasy-Fans ist dieses Buch uneingeschränkt zu empfehlen. Es ist einfallsreich, spannend, nicht vorhersehbar und originell geschrieben. Langweilig wird es so gut wie nie. Man kann es gut mehrmals lesen, es fallen immer neue, interessante Details auf und größere Zusammenhänge werden deutlich. Beim ersten Lesen kann die Geschichte etwas unübersichtlich werden. Für Leute, die nichts von Fantasy halten, ist dieses Buch allerdings wahrscheinlich nicht gut, weil die Geschichte insgesamt etwas unrealistisch ist.

Katharina Glock

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