Jürgen Reitemeier und Wolfram Tewes, Stürmerfoul

Buchvorstellung von Ivo Siemers

1. Informationen zum Buch

  • Autoren: Jürgen Reitemeier und Wolfram Tewes
  • Titel: Stürmerfoul
  • Verlag: Topp+Möller Verlag, Detmold
  • Erscheinungsjahr: 2002

2. Thema des Buches

Die Autoren des Buches bieten uns einen Kriminalroman, der in Lippe spielt. Dabei geht es um Schutzgelderpressung, um einen Hormonskandal bei Rindern und um Wirtschaftskriminalität. Ein Detmolder Polizeihauptkommissar, Josef Schulten, will seinem Freund Rodehutskors, Reporter bei der Lippischen Landeszeitung, helfen, einen Kollegen zu finden, der bei einem Handball- Champions-League Auswärtsspiel in Hasselt, Belgien, verschollen ist.

3. Inhalt

Schulten Jupp in der Bredouille. Dabei wollte er doch eigentlich nur seinem Freund Rodehutskors helfen, einen verschollenen Kollegen zu suchen. Und nun ist dem Detmolder Kommissar die belgische Polizei auf den Fersen. Gut, dass Maren Köster aufpasst. Jürgen Reitemeier und Wolfram Tewes lassen die Detmolder Kripo in ihrem dritten Lippe-Krimi in einem besonders komplexen Fall ermitteln. Es geht um Schutzgelderpressung, um einen Hormonskandal und um Wirtschaftskriminalität – bis es schließlich zum Showdown in der Lipperlandhalle kommt: Ausgerechnet beim entscheidenden TBV-Spiel gegen den Rivalen aus Minden. Stürmerfoul – spannend und ein wenig unfair, voller Lokalkolorit und skuriller Typen.

4.Charakterisierung der Hauptperson

Name: Josef „Jupp“ Schulte Jupp ist ein sympathischer, aber auch sehr dickköpfiger Mensch und um die 40 Jahre alt. Er arbeitet schon lange bei der Kriminalpolizei in Detmold. Er wohnt alleine in einem Dorf mit seinem Hund „Monster“. In seiner Freizeit trinkt er gerne Mal mit Freunden ein paar Bier und wenn es seine Zeit erlaubt besucht er ein Handballspiel des TBV-Lemgo. Außerdem ist er ein Kunstliebhaber.

5.Charakteristische, erzählerische und sprachliche Mittel

Das Buch beginnt mit einem Prolog, welcher zunächst in keinem erkennbaren Zusammenhang mit dem Inhalt des Buches steht. Diesen erfährt der Leser erst zum Ende hin. Aufgefallen ist mir die Gliederung mit den vielen kurzen Kapiteln. Jedes Kapitel fängt meistens mit dem Namen dessen an, der in dem Kapitel auch die Hauptrolle übernimmt. Die Kapitel sind inhaltlich sehr unterschiedlich. Manche behandeln nur Nebensächlichkeiten, die für den Handlungsablauf unwichtig sind, andere aber sind voll mit Informationen, so dass mir kaum eine kurze Inhaltsangabe möglich war. Das Autorenpaar verwendet meistens nur ganz kurze Sätze, zum Beispiel Seite 161: „Maren Köster kochte. Dann besann sie sich auf das Foto des toten Jugendlichen. Sie zog es aus der Tasche und hielt es dem Jungen unter die Nase.“ . Außerdem schreiben die Autoren viel in direkter Rede. Ein für mich zuerst schwer zu verstehendes erzählerisches Mittel war, den Zusammenhang zwischen den zunächst nicht zusammengehörenden Kapiteln zu finden. Als sprachliches Mittel wird auch bei Dialogen mit älteren Personen das Lippische Plattdeutsch wörtlich verwendet, zum Beispiel: „Dat is usse beste Kau im Stall.“. Ein weiteres erzählerisches Mittel ist die Ortskenntnis der Autoren. Dem Leser aus Lippe begegnen oft bekannt Namen und Orte.

6. Wirkungsabsicht

Durch den Prolog wird ein Spannungsbogen über das Buch aufgebaut. Man wartet ständig darauf den Zusammenhang zwischen dem Ereignis des Prologs und den Geschehnissen im Buch herstellen zu können. Die vielen kurzen Kapitel mit den oft gewaltigen Sprüngen zwischen den einzelnen Handlungsabläufen erfordern Konzentration beim Lesen und lassen weniger geübte Leser, wie mich, schon vor Ende des Buches aufgeben, ich habe nur durchgehalten, weil ich es für den Unterricht brauchte. Allerdings wird dadurch auch Spannung aufgebaut, die nach einiger Zeit dazu führt, dass man doch immer weiter lesen will. Spaß hat mir als Handballspieler jeder Querverweis auf den TBV-Lemgo gemacht. Auch das Lippische Platt sorgt für Auflockerung im Buch. Durch die kurzen Sätze entsteht ein eher trockener Erzählstil, der keine landschaftlichen Beschreibungen oder tiefer gehende Gefühle der Personen zulässt.

7. Leseempfehlung

Ich würde dieses Buch schon empfehlen. Man sollte jedoch wissen, dass es zu Beginn viel Durchhaltevermögen braucht. Erst ab der Hälfte des Buches macht es wirklich Spaß zu lesen. Allerdings sollte man gerne Krimis lesen, da es sich in der Hauptsache um Polizeiarbeit handelt und wenig persönliche Gefühle eine Rolle spielen.

Für alle, die sich nach diesem Einblick in das Buch angeregt fühlen, es zu lesen, habe ich hier einmal die ISBN-Nummer für Sie: 3-9807369-8-9

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