Die aktuelle atomare Situation

Vor 60 Jahren, genauer gesagt, am 6. August 1945 wurde die US-amerikanische Atombombe `Little Boy´ auf Hiroshima geworfen. Es starben 140.000 Menschen bei diesem Angriff und weitere unzählbare an den schrecklichen Folgekrankheiten. Die Bombe zerstörte 90 Prozent von Hiroshima. Im „inneren Kreis“, rund 500 Meter um `Little Boy´ herum, war es 5.000.000 °C heiß, sodass dort noch nicht mal Asche von der Stadt übrig blieb. Sogar in 15 km Entfernung gingen Bäume in Flammen auf.

Ein ebenso schreckliches Unglück ereignete sich kurze Zeit später auch in Nagasaki. Wenn man das zerstörerische Ausmaß einer Bombe betrachtet, will man an weitere atomare Angriffe gar nicht denken, insbesondere mit Hinblick darauf, dass es weltweit noch ca. 30.000 Atomwaffen gibt. Und die Wahrscheinlichkeit steigt stetig.

Die größten Arsenale besitzen die USA und Russland, meist noch aus der Zeit des Kalten Krieges. Ihnen gehören in 96% aller Atomwaffen, von denen 17.500 einsatzfähig und ca. 6.000 in ständiger Alarmbereitschaft sind. Andere Atommächte sind beispielweise Großbritannien, Frankreich und China.

Eine große, aktuelle Gefahr geht aber von Indien und Pakistan aus, die vorgeben Atomwaffen zu besitzen und von diesen auch Gebrauch zu machen. In diesen Ländern herrscht nämlich zur Zeit der ´Kaschmirkonflikt´ und die Lage hat sich erst vor Kurzem wieder ein bisschen beruhigt.

Andere Gefahren birgt möglicherweise der Iran, der sich weigert sein Urananreicherungsprogramm einzustellen, sowie einige andere Länder, die ebenfalls vorgeben Atomwaffen zu besitzen (z.B. Nordkorea im Frühjahr ´05 und der Irak).

Außerdem sollte man auch die atomare Bedrohung durch Terroristen nicht außer Acht lassen.

Gefährlich können eventuell auch verschollene Atomwaffen sein, nach Schätzungen der Green Peace sind das etwa 50, elf vermissen die USA offiziell. Diese mussten zum Beispiel bei Notlandungen abgeworfen werden oder liegen ungezündet im Meer.

Zwischen 1950 und 1980 ereigneten sich allein mit US-amerikanischen Waffen 32 Unfälle.

Aber es gibt auch Verträge, die die atomare Abrüstung unterstützen, so wurde 1995 z.B. der Atomwaffensperrvertrag auf unbefristete Zeit verlängert. Außerdem wurde 1996 endlich der Atomwaffenstoppvertrag abgeschlossen, der ein jahrzehntelanges Ziel für die atomare Abrüstung war.

Des weiteren gibt es zwischen verschiedenen Ländern Abkommen, die die völkerrechtliche Grundlage für die Rüstungskontrolle bilden. Solche Abkommen sind den USA aber sehr hinderlich, da sie in jeder politischen Lage frei handeln wollen. Deshalb sollen nur dann, und wenn es die USA für richtig halten, die Atomwaffen abgerüstet werden und genauso wieder umgekehrt, je nach Belieben.

Aber wenigstens gibt es auch einige atomwaffenfreie Staaten, wie z.B. Süd- und Mittelamerika, die Mongolei und den Raum im Südpazifik.

Annika Andresen