Goethes naturwissenschaftliche Behauptung bewiesen

Japanische Forscher erforscht Spiralwachstum bei Pflanzen

Regensburg/Nara (pte/07.10.2005/15:12) – Die wissenschaftlichen Annahmen von den zwei deutschen Naturforschern Gottfried Immanuel Kant und Johann Wolfgang von Goethe haben sich nun nach langer Zeit als Wahrheit herausgestellt: Dabei geht es um das Spiral-Wachstum von Pflanzen. Der japanische Biologe Takashi Hashimoto hat nämlich entdeckt, dass das Protein Tubulin dafür verantwortlich ist, ob eine Pflanze rechtsdrehend oder linksdrehend wächst.

Das Team um Hashimoto hat entdeckt, dass die hantelförmigen Tubulinmoleküle zu Bündeln und weiter zu Bändern und regelrechten Fasern aggregieren, die letztlich am Aufbau pflanzlicher Zellwände maßgeblich beteiligt sind. Anhand der Studienpflanze, der Ackerschmalwand Arabidopsis thaliana, die üblicherweise kerzengerade wächst, konnten die Wissenschaftler dies nachweisen. Sie erzeugten eine gentechnische Mutante, die linksherum rankt. Dabei unterscheiden sich das normale Tubulin und das Tubulin aus dem Linksdreher nur in einer einzigen Aminosäure. Ein Serin ist im mutierten Tubulin durch ein Phenylalanin ersetzt.

Der Chemiker Henri Brunner von der Universität Regensburg – ein Experte auf dem Gebiet der chiralen „Kuriositäten“ – hat nun festgestellt, dass bereits Kant richtig erkannt hatte, dass die Eigenschaft der Pflanzen, spiralig gewunden zu wachsen, nicht durch äußere Einflüsse hervorgerufen wird, sondern dass „die Ursache der Windung in den Samen selbst liegt“. Kant hat tatsächlich zahlreiche viel beachtete Abhandlungen über naturwissenschaftliche Phänomene verfasst, bestätigt Gerhard Karger von der Gesellschaft Deutscher Chemiker im pressetext-Interview. Goethe vermutete einen zweigeteilten Wachstumsvorgang, der das Phänomen aber auch nicht schlüssig zu erklären vermochte, berichtet Brunner. „Auch Goethe bezeichnete sich selbst eher als Naturwissenschaftler, denn als Dichter“, erklärt Karger.

Das Forscherteam um Hashimoto hat erkannt, dass diese Mutation sogar ausreicht, einen Versatz innerhalb der Proteine zu erzeugen. Das führt dazu, dass keine glatten Bänder entstehen, sondern schraubenförmige Strukturen. Dieses Bauprinzip setzt sich bis ins Makroskopische fort und führt zu den linksgeschraubten Trieben. (Ende)

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Redakteur: Wolfgang Weitlaner

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