Freitagfilm: Der Polarexpress

FR-23-DEZ-2005, 15.30 UHR + 20.30 UHR im Bürgerhaus

Der Polarexpress

USA 2004, Regie: Robert Zemeckis; Darsteller: Tom Hanks, Michael Jeter, Peter Scolari, Nona Gaye, Eddie Deezen, Charles Fleischer, Ed Gale, Chris Coppola u. a.; 100 Min., FSK: ab 6 J.

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Filmkritik

Gesucht: Der Weihnachtsmann.

Auf den ersten Blick ist «The Polar Express» einfach ein spannungsgeladenes Weihnachts-Märchen für Kinder. Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich der Streifen aber als Meilenstein im Animations-Kino, in dem Oscar-Preisträger Tom Hanks fünf Rollen spielt.

Die Welt schaut aus, als hätte sie jemand mit Puderzucker bestreut: Alles ist weiss. Und irgendwo liegt da ein Junge im Bett, unruhig und von Zweifeln geplagt. Denn morgen ist Weihnachten, und in dieser Nacht müsste eigentlich der Nikolaus durch den Kamin düsen und die Geschenke verteilen. Tja, müsste. Der Jüngling mag einfach nicht so richtig daran glauben. Da hält plötzlich mit viel Getöse ein gigantischer, magischer Zug vor seinem Haus. Der Schaffner lädt den Ungläubigen zu einer Spritztour zum Nordpol ein – dorthin, wo der Weihnachtsmann wohnt. Wer würde so ein Angebot schon ablehnen? Ein mit reichlich Action gespicktes Abenteuer nimmt seinen Lauf.

Tom Hanks in dem Märchen auszumachen, ist nicht schwer. Der Zugschaffner ist dem Hollywood-Helden wie aus dem Gesicht geschnitten. Doch er spielt nicht nur ihn, sondern auch den Jungen, seinen Vater, einen Tramp und ausserdem noch den Weihnachtsmann. Halt mal, was heisst denn spielen? Hier handelt sich doch um einen Animationsfilm und nichts Reales, oder? Falsch!

Fantasy-Spezialist Robert Zemeckis («Back to the Future») entwickelte für «The Polar Express» das Motion Capturing Verfahren weiter, das unter anderem schon erfolgreich in der «Lord of the Rings»-Trilogie angewendet wurde. Dort steckte Regisseur Peter Jackson Schauspieler Andy Serkis in einen Latexanzug, gespickt mit zahlreichen Sensoren. Jede Bewegung konnte so im Computer gespeichert und anschliessend auf die Kreatur Gollum übertragen werden. «The Polar Express» funktioniert nach dem selben Prinzip – nur dass hier sämtliche Figuren einen realen Ursprung haben.

Ob der kleine Bube, der Weihnachtsmann oder die Kinderscharen: Solche flüssigen Bewegungen und echt wirkenden Gesten sah man nie zuvor in einem Animationsfilm. Darum hat man auch ständig das Gefühl, nicht bei einer Story aus dem Rechner mitzufiebern, sondern bei einem Realfilm, der einfach eine Spur zu sehr weichgezeichnet ist.

«The Polar Express» ist nach «Forrest Gump» und «Cast Away» die dritte, von Erfolg gekrönte Zusammenarbeit von Tom Hanks und Robert Zemeckis. Liebes Hit-Duo, steckt auch in Zukunft wieder die Köpfe zusammen – der Zuschauer dankt es Euch. [Text: Dominique Zahnd]

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