Beeindruckend: Der Chef präsentiert sein Unternehmen

* Artikel in der LIPPISCHEN LANDES-ZEITUNG vom 16.02.2008 von Marianne Schwarzer

Die Zusatzkurse Sozialwissenschaften hatten sich lange Zeit mit den Herausforderungen der Globalisierung beschäftigt. Was lag da näher, als auf das Blomberger Unternehmen zu schauen, das mit inzwischen einer Milliarde Euro Umsatz und 9000 Beschäftigten in 41 Ländern der Welt vertreten ist. Klaus Eisert, geschäftsführender Gesellschafter von PHOENIX CONTACT, konnte den gebannt zuhörenden Schülerinnen und Schülern die beeindruckende Firmengeschichte aus eigenem Erleben schildern, die 1923 mit wenigen Mitarbeitern in Essen begann und ab 1957 in Blomberg weitergeführt wurde.

Eine Schülergruppe mit Tina Nunne an der Spitze war es gelungen, Klaus Eisert mit dem Leiter der Personalentwicklung, Hermann Trompeter, in die Schule einzuladen. Im Unterricht und auf der Unterrichtsplattform waren schon wichtige Informationen zum Unternehmen präsentiert worden, so dass auf dieser Grundlage Fragen in fünf Themenfeldern vorbereitet worden waren. Tina Nunne, Inga Stolz und Christian Müller moderierten die Veranstaltung mit 50 Schülerinnen und Schülern im „Ei“ und sorgten dafür, dass alle Themenfelder angesprochen wurden. Einen Großteil der Arbeit allerdings nahm ihnen Klaus Eisert ab, da er humorvoll und anschaulich viele Themenbereiche miteinander in Beziehung setzte und auch so eine Vorstellung von der Komplexität eines Unternehmens vermitteln konnte.

Klaus Eisert beschrieb die Notwendigkeit, Kunden in aller Welt fehlerlose Produkte zu liefern und sich dabei immer auch mit Billiganbietern auseinanderzusetzen. Eine auf Messen manchmal ärgerliche Kundenforderung sei: „Wir wollen chinesische Preise!“ Das Pfund, mit dem man heute mehr denn je wuchern könne, sei die herausragende Qualität von PHOENIX-Produkten.

Die Schülerinnen und Schüler wussten, dass PHOENIX einem von den Vereinten Nationen initiierten „Global Contract“ beigetreten waren, in dem sich die Unternehmen verpflichten, Menschenrechte und soziale Verpflichtungen einzuhalten. Klaus Eisert beschrieb seine Gedanken, als er eines Tages von dem UN-Generalsekretär Kofi Annan ein zweiseitiges Schreiben auf seinem Schreibtisch fand mit der Bitte, diese Verpflichtungen einzugehen. „Man hat eine umfassende gesellschaftliche Verpflichtung“, so fasste Klaus Eisert seine Überzeugung zusammen. Ein Unternehmen wie PHOENIX CONTACT versuche sie lokal, aber auch global zu erfüllen. Es komme hinzu, dass auch viele Kunden zunehmend auf die sozialen Verpflichtungen eines Unternehmens achteten. In solchen Fragen zeige sich auch der Unterschied zwischen Dax-Unternehmen, die gezwungen seien, kurzfristig Aktiengewinne zu ermöglichen und Familienunternehmen. „Wir denken in langen Zeiträumen“, erklärte Klaus Eisert.

Natürlich interessierten sich die Schülerinnen und Schüler ganz besonders für Fragen nach den Auswahlkriterien und -verfahren für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Hermann Trompeter konnte in vielen Einzelheiten verdeutlichen, dass PHOENIX CONTACT nicht unbedingt die besten Bewerber sucht, sondern die geeignetsten. Dies versuche man bei 1500 Bewerbungen pro Jahr für 80 Auszubildende herauszufinden. Durch die Zeugnisse dokumentierte Fachkompetenz sei wichtig, die berufsspezifischen Kompetenzen würden getestet, mit ungefähr 50 Prozent würden die „Schlüsselqualifikationen und die Lebenskompetenz“ gewertet. Mit anderen Menschen umgehen zu können, im Team arbeiten zu können, neue Situationen zu erkennen, Wissen und Erfahrungen auf neue Bereiche zu übertragen, das seien die wichtigsten Fähigkeiten.

Klaus Eisert ergänzte diese Hinweise mit seinem Appell: „Seien Sie bereit, ihre `neuen`Fähigkeiten zu entdecken!“ Sich klar werden über die eigenen Schwerpunktfähigkeiten, das sei natürlich die Grundlage für Berufsentscheidungen. Das reiche aber in der Regel nicht. Man müsse sich fragen, was kann ich noch? Was sind meine Hobbys? Was macht mir Spaß? All dies solle man bei seinen beruflichen Entscheidungen verknüpfen, dann könne man mit seinen Fähigkeiten und Überzeugungen arbeiten und erfolgreich werden.

„Viele Schülerinnen und Schüler waren beeindruckt“, fasste SoWi-Lehrer Rolf Eickmeier seine Eindrücke zusammen. „Ich glaube, sie haben wichtige Denkanstöße auch für ihre eigenen Lebensentscheidungen bekommen.“

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PHOENIX CONTACT ist von einer wissenschaftlich besetzten Jury zum „Arbeitgeber des Jahres 2008“ ausgezeichnet worden.

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