„Alles wurscht“ – Ein Tag im Biolabor Beverungen

Am Dienstag, den 18. Januar 2011 waren wir, der Bio LK von Herrn Müller, im b!lab in Beverungen. Unter dem Motto „Alles Wurst!“ haben wir dort gelernt, verschiedene Tierarten in unterschiedlichen Wurstarten nachzuweisen. Der Hintergrundgedanke bei diesem Versuch ist der mögliche Betrug seitens des Herstellers, denn sehr oft wird aus Kostengründen zum Beispiel teures Hähnchenfleisch mit dem geschmacksähnlichen, jedoch billigerem Putenfleisch gestreckt.

Nach einer kleinen theoretischen Einführung in die Thematik haben uns die Laborantinnen (Frau Schröder und Frau Reinhardt) den Umgang mit automatischen Pipetten beigebracht. Da man oft nur sehr geringe Mengen der Substanzen benötigt, ist das Arbeiten mit einer herkömmlichen Pipette praktisch unmöglich. Um die Tierart, welche in einer Wurst verarbeitet wurde, identifizieren zu können, muss man zunächst die DNA der Wurst isolieren. Diese muss homogenisiert, also zu einem Brei verarbeitet werden. Durch das Hinzugeben bestimmter Substanzen kann man im Endeffekt die DNA aus der Wurst gewinnen.

Da diese aber noch nicht ausreicht, um am Ende die Tierart zu identifizieren, muss sie künstlich vervielfacht werden. Dies geschieht mit Hilfe der Polymerase-Kettenreaktion (kurz: PCR [polymerase-chainreaction]).
Mit Hilfe der Gelelektrophorese und Labor-DNA von bereits bekannten Tierarten konnten wir am Ende feststellen, welche Tierarten in der Wurst verarbeitet werden. Dabei spielt die DNA von bereits bekannten Tierarten eine große Rolle, denn wenn man die DNA aus der Wurst mit keiner bereits bekannten DNA vergleichen kann, ist man nicht in der Lage, diese zu identifizieren.

Auf diese Art kann man allerdings nicht nur Tierarten identifizieren. Dieser „genetische Fingerabdruck“ ist inzwischen ein wichtiges Beweismittel in Kriminalfällen und er wird auch bei Vaterschaftstests durchgeführt.
Das komplette Experiment hat sich am Ende sehr in die Länge gezogen, denn Schritte wie die PCR benötigen viel Zeit. Ebenso wie das Zentrifugieren oder das Herstellen das Aragosegels, welches man für die Gelelektrophorese benötigt.

Im Großen und Ganzen war der Tag sehr anstrengend, aber dennoch gelungen. Da man im Biologieunterricht im Bereich der Genetik keine Möglichkeiten hat, derartig aufwendige Experimente durchzuführen, bietet das b!lab eine gute Gelegenheit, sich die Theorie aus der Schule praktisch zu verinnerlichen und noch besser zu verstehen. Wer später eventuell im Labor arbeiten möchte und sich für den Bereich der Genetik interessiert, der bekommt in Beverungen ein sehr gutes Gesamtbild von der Arbeit.

Kevin Flentje, Jgst 12

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