Was ist Cybermobbing? Bericht über ein Klassenprojekt der 7a

Was ist Cybermobbing? Hast du schon mal mitbekommen, wie jemand im Internet gemobbt wurde oder wurdest du sogar schon mal selbst Cybermobbingopfer? Wie verhalte ich mich, wenn ich im Internet gemobbt werde oder es mitbekomme, wenn jemand im Internet gemobbt wird? Diese Fragen und viele mehr konnten wir Dr. Olivera Holzkamp stellen, die als Informatikerin beim Kriminalkommissariat Kriminalprävention und Opferschutz (Bereich Cybercrime) bei der Polizei Lippe arbeitet. Im Folgenden werden wir neben vielen Informationen zum Thema Cybermobbing auch klären, wie es zu dem Treffen mit Frau Holzkamp kam.

Um das Gespräch mit Frau Holzkamp vorzubereiten, haben wir im Deutschunterricht Diskussionen zum Thema Soziale Medien geführt und dann gemeinsam im Textemodul von Iserv Fragen gesammelt, die uns interessieren und auf die wir gerne eine Antwort hätten. Danach wurden die Fragen von zwei Mitschülerinnen so sortiert, dass man sie in einzelne Kategorien einteilen konnte.

Und am 27.11.2020 war es dann soweit, wir durften in der 2. und 3. Stunde mit Frau Holzkamp ein Videogespräch führen, um ihr unsere Fragen zu präsentieren. Damit es nicht zu chaotisch wurde, haben wir zwei Moderatoren ausgesucht, die mit Frau Holzkamp reden. Die anderen konnten aber auch Fragen stellen, wenn sie eine hatten. Eine Frage war zum Beispiel, was man machen soll, wenn man „gehackt“ wurde. Manchmal hat Frau Holzkamp uns Fragen gestellt, die wir beantworten sollten. Frau Holzkamp wusste auf jede Frage eine Antwort und hat uns sehr viele Extrainformationen zu den Themen gegeben. Zum Glück haben wir vorher zwei Schülerinnen ausgewählt, die mitgeschrieben haben, damit die Antworten nicht verloren gehen.

Ein wichtiges Thema, über das wir gesprochen haben, war Cybermobbing und genau damit werden wir uns jetzt beschäftigen. Unter Cybermobbing verstehen wir das absichtliche Beleidigen von Kindern oder Jugendlichen im Internet oder per Telefon über einen längeren Zeitraum. In vielen Umfragen kann man erkennen, dass bereits viele Schülerinnen und Schüler diese Form des Mobbings erleben mussten. Eines der größten Probleme ist wohl, dass man nirgends vor Cybermobbing sicher ist, denn Cybermobbing endet meist nicht nach der Schule, denn der Täter (auch Bully genannt), kann von überall angreifen und man ist selbst zuhause nicht vor ihm sicher. Ein anderes Problem ist, dass das Publikum unüberschaubar groß ist, denn wenn man in den sozialen Netzwerken, wie zum Beispiel Instagram, gemobbt wird, kann es oft jeder sehen. Deshalb ist das Ausmaß von Cybermobbing oft viel größer als bei normalem Mobbing, welches im Gegensatz zu Cybermobbing nicht online, sondern offline stattfindet.

Ein anderes Problem ist, dass sich der Täter oft nicht über das Ausmaß seines Posts bewusst ist und die Emotionen des Opfers nicht sieht, so dass er immer weiter macht, ohne ein schlechtes Gefühl zu haben. Die Täter können anonym agieren und sich selbst eine mentale Sicherheit geben. Diese Anonymität macht den Opfern Angst, jedoch haben sie oft eine Vermutung, wer der Täter oder die Täterin ist, denn oft kennt man sich aus dem realen Leben. Weil das Opfer den Täter oft aus dem realen Leben kennt, geht Cybermobbing oft in normales Mobbing über. Aus dem Grund sind Cybermobbing und normales Mobbing oft nicht voneinander zu unterscheiden.

Als nächstes wollen wir uns damit beschäftigen, was das Gesetz zum Thema Cybermobbing zu sagen hat. In Deutschland gibt es kein Gesetz, welches Cybermobbing direkt verbietet, indirekt gibt es aber schon ein paar Gesetze, die Cybermobbing verbieten. So zum Beispiel §185 des Strafgesetzbuches: „Die Beleidigung wird mit Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe bestraft (…)“, oder §22 im KunstUrhG: „Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden (…)“, Cybermobbing wird außerdem in §240-§241 erwähnt: „Wer einer anderen Person mit Gewalt oder anderweitigem Schaden droht, (…) macht sich strafbar.“

Als nächstes und letztes wollen wir uns damit beschäftigen, was man machen soll, wenn man Opfer von Cybermobbing wird. Wenn du etwas Verletzendes geschickt bekommst, belastet es dich. Zuerst ist wichtig, dass du dich nicht nur an die bösen Nachrichten erinnerst, sondern auch an die schönen Dinge im Leben denkst, geh einfach mal raus in die Natur und geh Spazieren, oder gönn dir einfach mal was, zum Beispiel ein Eis oder einen Besuch im Kino. Vielleicht bist du der Meinung, du kannst deine Probleme allein lösen oder du schämst dich für die Nachrichten oder bösen Fotos. Oft tut es aber gut, seine Probleme einem anderen mitzuteilen und darüber zu sprechen. Wenn du das nicht möchtest, kann du auch erstmal anonym über deine Probleme sprechen, dies kannst du zum Beispiel auf der Internetseite www.juuuport.de tun. Am besten sammelst du Beweise, indem du zum Beispiel einen Screenshot von Bildern oder Nachrichten machst, diese Infos können dir und später auch der Polizei helfen. Mit diesen Infos kannst du einen Bully auch direkt bei der Plattform melden. Verteidige dich clever, indem du nicht zurück beleidigst, sondern mit klugen Nachrichten antwortest, zum Beispiel „Mich verletzt es, dass …“ oder „Mir geht es schlecht, weil…“ So denkt der Bully mehr an dich und macht sich Gedanken, wie es dir geht und wie seine Nachrichten dich verletzten.

Wenn du noch mehr Hilfe benötigst, sind hier noch ein paar Nummern und Internetseiten, die dir helfen können:

Nummer gegen Kummer: 116111

www.nummergegenkummer.de
www.jugendschutz.net
www.polizeifürdich.de
www.polizei-beratung.de/cybermobbing
www.saferinternet.de
www.klicksafe.de

Es gibt sogar eine Erste-Hilfe-App gegen Cybermobbing.

Auch auf unserer Homepage findest du weitere Informationen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Cybermobbing etwas echt sehr Doofes und Gemeines ist, aber vergiss nie: Kein Mensch hat das Recht, dich zu verletzen und zu beleidigen. Du bist toll so, wie du bist!

(Text von Lennard Rempe, Klasse 7a)

1. Bild von Hatice EROL auf Pixabay

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