Ihre Exzellenz Maria Theresa B. Dizon-De Vega spricht mit Schülerinnen des HVG

Am Sonntag, den 16.05.2021 haben wir, der CertiLingua Kurs der Q1, ein Interview mit der philippinischen Botschafterin in Deutschland, Ihrer Exzellenz Maria Theresa Dizon-De Vega, durchgeführt. Es war sehr interessant, Neues über ihre Arbeit und die Philippinen zu erfahren, allerdings war es auch ein ungewöhnliches Interview, beispielsweise mussten wir im Vorfeld unsere Interviewfragen bei der philippinischen Botschaft einreichen. Zuerst erzählte sie uns, dass sie bereits seit 27 Jahren als Diplomatin arbeite und ihre Hauptaufgabe in der Außenpolitik liege. Bevor sie in Deutschland 2019 als Botschafterin eingesetzt wurde, arbeitete sie bereits in New York, London, Hong Kong und Mexico. Botschafterin Dizon-De Vega sagte, ihre Arbeit sei ein verantwortungsvoller 24/7 Job (sie musste sogar schon mal ihren Urlaub aufgrund einer dringenden Angelegenheit unterbrechen) und man benötige vor allem Sprachkenntnisse, kulturelles Vorwissen, Kommunikationsfähigkeiten und soziale Kompetenzen, um erfolgreich zu sein.

Als eine weibliche Botschafterin habe sie zudem auch schon Diskriminierung in ihrer Karriere erlebt, sie sagte aber, dass es immer weniger werde. Die Botschafterin erzählte, es sei zudem schwierig ihre Familie und ihre Arbeit zu vereinbaren, vor allem da ihr Mann ebenfalls Botschafter in Belgien sei. Überrascht hat uns, dass jeder Diplomat werde könne. So hat sie auch vor ihrer politischen Karriere erst englische Literatur und Jura studiert. Natürlich wollten wir auch einiges über die Philippinen wissen. Die Philippinen bestehen aus insgesamt mehr als 7000 Inseln, wovon aber nur 880 bewohnt sind. Botschafterin Dizon-De Vega berichtete, man finde heutzutage noch Einflüsse der langen spanischen Kolonialzeit, welche auch Einfluss auf Sprache und Kultur hatte. Sie erklärte, es gebe viele Unterschiede in den Lebensweisen der philippinischen Gesellschaft, da es viele sehr ländliche, schlecht entwickelte Regionen, aber auch Mega-Citys (vergleichbar mit NYC) gebe. Wir fragten sie nach kulturellen Besonderheiten und sie erzählte, dass man auf den Philippinen großen Wert auf den Respekt von Kindern zu Erwachsenen lege, beispielsweise sei es üblich, dass die jüngere Person die Hand der älteren ergreifen und sie respektvoll an die eigene Stirn legen würde. Als sie versuchte, das mit ihrer kleinen Tochter vorzumachen, funktionierte es jedoch nur eingeschränkt.

Auf den Philippinen werde, wie in Deutschland auch, Karneval gefeiert. Als Unterschied zu den Deutschen nannte sie die sehr enthusiastischen und langen Begrüßungen und die Pünktlichkeit, auf die auf den Philippinen eher weniger Wert gelegt wird 😉 Wir sprachen mit der Botschafterin aber auch über die gesellschaftlichen Probleme auf den Philippinen. Neben der Corona-Pandemie seien das vor allem Armut und fehlende Infrastruktur. Aber auch der Klimawandel habe einen negativen Effekt. Die Philippinen sind bekannt für eine große Artenvielfalt und wunderschöne Natur. Dennoch ist und werden die Philippinen am stärksten vom Klimawandel betroffen sein. Botschafterin Dizon-De Vega erklärte, dass früher die Menschen nicht viel über dieses Thema gesprochen hätten, heutzutage aber insbesondere die jungen Leute darüber aufgeklärt werden und Nachhaltigkeit immer mehr in den Vordergrund gerückt wird. Dieses Anliegen sei neben Katastrophenhilfe und Küstenschutz eines der zentralen Gebiete der Deutsch-Philippinischen Zusammenarbeit.

Zur aktuellen Corona-Lage auf den Philippinen sagte die Botschafterin folgendes: Nachdem die Lage kontrolliert war, machen die Mutationen es aber wieder schwieriger. Man befinde sich nicht im Lockdown, wohl aber gebe es Einschränkungen, vor allem im Tourismus. Die Hoffnung werde nun wie in Deutschland auf das Impfen gesetzt, welches dort leider nur langsam vorankommt. Zum Schluss erzählte Ihre Exzellenz Dizon-De Vega uns noch, was sie ihrem Teenager-Ich im Rückblick sagen würde. Sie antwortete, extrovertierter und selbstbewusster zu sein, da sie als Jugendliche wohl sehr schüchtern gewesen sei. Unglaublich, dass aus diesem schüchternen Mädchen eine der wichtigsten Politikerinnen der Philippinen geworden ist.

Wir danken Ihr sehr für ihre Zeit und das offene, herzliche Interview. Wir haben sehr viel lernen und mitnehmen können. Außerdem möchten wir uns bei Rafael Jaron von Concept for Change bedanken, der den Kontakt zur Botschaft hergestellt und die technische Betreuung übernommen hat (siehe auch http://conceptforchange.com/hvg).

Hier die offizielle Instagram- und Facebook-Seite der Philippinischen Botschaft in Berlin, wer noch etwas stöbern möchte:

https://www.instagram.com/phingermany/?hl=de

https://www.facebook.com/PHinGermany/

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