Überblick über Therapierichtungen

Es ist nicht ganz einfach, sich einen Überblick über die verschiedenen Therapierichtungen und Indikationen zu verschaffen: Wichtig ist vielleicht, die Methoden, die von den Krankenkassen anerkannt, und somit finanziert werden, voneinander abzugrenzen.

  1. Historisch die älteste Methode ist die Psychoanalyse (genau, Sigmund Freud und die Sache mit der Couch); Freud ging davon aus, daß Menschen sich in ihrer Entwicklung zu einem bestimmten Alter mit bestimmten Themen (sog. Konflikten) auseinandersetzen müssen (z. B. Lösung von den Eltern, Finden einer eigenen Identität); wenn es bei diesen Entwicklungsschritten zu Schwierigkeiten kommt, können sie nicht gesund vollzogen werden, eine seelische Erkrankung im Erwachsenenalter kann die Folge sein. Die Psychoanalyse hilft den Patienten, diese Entwicklungsschritte zu verstehen, und in der therapeutischen Beziehung nachzuvollziehen. Die Couch ist heute nicht mehr Standard, viele Psychoanalysen finden im Sitzen statt.
  2. Die Verhaltenstherapie war so etwas wie eine historische Antwort auf die Psychoanalyse: die langwierigen therapeutischen Prozesse erschienen oft insbesondere bei kurzfristigen drängenden Problemen zu aufwendig; die Verhaltstherapie konzentriert sich im Wesentlichen auf das Verhalten im Alltag, bzw. auf die geschilderten problematischen Verhaltensweisen und Symptome; mit Hilfe verschiedener Techniken werden alte (schädliche) Verhaltensweisen „verlernt“ und neue gelernt; dazu wrd das „störende Verhalten“ beobachtet und beschreiben, dann wird das erwünschte Verhalten eingeübt.
  3. Die tiefenpsychologische Therapie fußt auf der Theorie der Psychoanalyse; allerdings konzentriert man sich im therapeutischen Prozeß auf einen bestimmten nicht gut bewältigten Konflikt, der nach Ansicht des Therapeuten und Patienten die Schwierigkeiten maßgeblich verursacht, und versucht diesen nun zu lösen; dazu wird viel über Alltagsprobleme gesprochen, die dann gedeutet werden: der Zusammenhang mit den ungelösten Kindheitskonflikten wird herausgearbeitet, so daß die Patienten lernen, zwischen Gegenwart und Vergangenheit zu unterscheiden, und auf die Gegenwart zu reagieren; in der Tiefenpsychologie – ebenso wie in der Psychoanalyse kommt der therapeutischen Beziehung eine große Bedeutung zu, da viele Beziehungskonflikte hier – wie in einem Modell – ausgetragen werden können. Selbstverständlich gibt es viele Überschneidungen, die hier nicht deutlich werden können, das würde den Rahmen sprengen.

Welche Therapie für Sie gut ist, muß im Einzelfall geklärt werden; es gibt bestimmte Krankheitsbilder, die durch bestimmte Therapien besser zu beeinflussen sind, als durch andere. Viel hängt der Therapieerfolg aber auch von der Beziehung zwischen Patient und Therapeut ab, und von vielen weiteren Faktoren; daher gehe ich auf diesen Punkt hier nicht näher ein. Um das Bild zu vervollständigen, vielleicht noch eine kurze Skizze der Methoden, die ich zusätzlich zur tiefenpsychologischen Psychotherapie, außerhalb der Versorgung durch die Krankenkassen – in meiner Praxis anbiete und druchführe:

  1. Die Gesprächspsychotherapie hat – ebenso wie die Tiefenpsychologische Therapie und die Psychoanalyse – als wesentliches Element das „Gespräch“, wie es ja auch der Name sagt; allerdings geht sie davon aus, daß die Patienten die Lösung der Probleme in sich selber tragen; daher zielen die Techniken der Gesprächspsychotherapie darauf ab, den Patienten (Die Gesprächspsychotherapie spricht von Klienten) zu helfen, die Lösung seiner Probleme selber zu finden.
  2. Systemische Therapie schaut auf den Einzelnen, in dem System in dem er/sie lebt; das bedeutet nicht, daß ganze „Systeme“ (Familien, Teams) in meiner Praxis sitzen, sondern daß ich in der Arbeit mit dem Einzelnen auf die Ressourchen und Verpflechtungen im System schaue, und zwar aktuell, in der gegenwärtigen Situation, und historisch, in der Frage, wie sich das System – und der Einzelne in ihm – entwickelt hat (hier geht es druchaus auch über die Lebenszeit des Patienten hinaus zurück). Methoden wie Familienaufstellung – die auch in der Einzeltherapie angewendet werden können – Genogramm, etc. gehören hier hin. Insgesamt steht in meiner therapeutischen Arbeit die Auffassung im Vordergrund, daß alles irgendeinen Sinn macht; und wenn wir den Sinn der seelischen Erkrankung verstanden haben, die Kraftquellen der Patienten gefunden haben, dann ist schon viel geschafft. Dies hat in allen Therapiemethoden Platz, gelingt aber am besten in der systemischen Therapie Soweit zu einer ganz groben ersten Beschreibung verschiedener Methoden. Am besten, Sie rufen uns an mündlich lässt sich so etwas viel besser vermitteln.

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