Beschreibung des Tests zur Überprüfung der Sprachentwicklung

Bei diesem Test geht es darum, dass man die Sprachentwicklung bei Kindern bei den Vorsorgeuntersuchungen überprüft. Bei den Vorsorgeuntersuchungen U8 und U9 wird diese Art von Test bei den Kindern angewandt.

Die Kinder sind bei der U8 ca. vier Jahre alt und bei der U9 über fünf Jahre alt. Wenn sie dann zur üblichen Vorsorge kommen, bei der sie untersucht werden, wird auch geprüft, ob ihre Entwicklung normal verläuft. Hierzu nimmt der Arzt bei der Sprachentwicklungsüberprüfung diesen Test zur Hilfe und kontrolliert die Kinder auf diese Weise.

Der Test ist in zwei Bereiche eingeteilt. Im ersten Bereich auf der ersten Seite geht es um die Artikulation. Diese ist in drei verschiedene Artikulationszonen aufgeteilt.

Die erste Artikulationszone überprüft die Lippenlaute, wie B-; Bl-; P-; F-; -pf-; M-; -mm-; W-.

Mit Hilfe der zweiten Artikulationszone werden die Zungen-Zahnlaute, T-; -tt-; D-; Dr-; L-; -ll-; N-; -nn-; S-; -s-; -ss-; -s; Sch-; Schm-; Schw-; -sch, untersucht.

Die dritte Artikulationszone betrachtet die Gaumenlaute, wie H-; G-; K-; Kl-; Kn-; Ki-; Kr-; R-.

Beispielwörter für die erste Artikulationszone sind Wörter wie Ball, Puppe oder Hammer, bei der zweiten Zone werden Wörter wie Drachen, Teller oder Schmetterling gefragt und für die dritte Artikulationszone stehen Wörter wie Knochen, Kirche oder Kleid.

Dem zu untersuchenden Kind wird ein Bild gezeigt und dieses muss dann sagen, was es darauf sieht, dabei hört der Arzt dann, wie das Kind die bestimmten Laute spricht und artikuliert.

Auf der zweiten Seite des Testbogens wird das Sprachverständnis, die Satzbildung und die Lautdifferenzierung genauer untersucht. Bei der Sprachverständnis- und Satzbildungsabfrage wird dem Kind ein Bild gezeigt, auf dem Kinder auf einem Spielplatz zu sehen sind. Das Kind schaut sich dann dieses Bild an und dann werden ihm einige Fragen gestellt, woraufhin es etwas erzählen kann. Dabei hört der Arzt die Satzbildung, ob das Kind beispielsweise nur in Zweiwortsätze erklärt oder schon Sätze mit Subjekt, Prädikat und Objekt bildet, außerdem merkt er, ob das Kind auch seine Frage beantwortet oder einfach drauflos labert ohne die Fragestellung zu beachten, somit überprüft er das Sprachverständnis.

Bei der letzten Übung dieses Tests wird besonders auf die Lautdifferenzierung geachtet. Hier werden dem Kind wieder Fragen bzw. Aufforderungen gestellt, wobei man den eigenen Mund während der Frage bzw. Aufforderung verdeckt hält und das Kind die unterschiedlichen Laute erkennen muss. Eine Beispielaufforderung ist: „Zeig mir den Fisch, zeig mir den Tisch!“. Das Kind muss genau hinhören und die verschiedenen Laute differenzieren.

Auf der dritten Seite dieses Tests für die Überprüfung der Sprachentwicklung bei Kindern wird der Untersuchungsbefund geschrieben. Hierzu kreuzt man hinter einigen Stichpunkten mit Ja oder Nein an. Zum Beispiel wird nach Artikulationsstörung gefragt und dann kann man hinter der ersten Artikulationszone entweder mit Ja oder mit Nein ankreuzen. Am Ende kann man diesen Befund dann ausarbeiten und auf das untersuchte Kind beziehen.

Kinder, die vier Jahre alt sind, also bei einer U8, sollten die erste Artikulationszone fehlerfrei hinbekommen, sonst wird auf Mund-motorikstörung hingewiesen.

Bei der Satzbildung können diese Kinder auch schon Mehrwortsätze mit drei bis fünf Wörtern bilden, unter der Verwendung von Artikeln, hierbei können allerdings noch Fehler bei der Deklination und Konjugation von Substantiven und Verben auftreten.

Die über fünfjährigen Kinder müssen auch die zweite und die dritte Artikulationszonen fehlerfrei beherrschen, sonst empfiehlt der Arzt eine Sprachheilbehandlung und verweist den Patienten weiter zu einem Logopäden.

Auch die Satzbildung sollte bei über fünfjährigen Kindern fehlerfrei sein. Wenn allerdings leichte Störungen bei der Deklination und Konjugation von Substantiven und Verben auftreten, geht das noch in Ordnung und kann durch Verweise der Eltern behoben werden.

Bei mittel- bis hochgradigen Störungen sollte allerdings auch wieder eine Sprachheilbehandlung vorgenommen werden.

Mit diesem Test überprüft der Arzt die Sprachentwicklung der Kinder und kann darauf in dann entscheiden, ob das Kind eventuell an einer Sprachheiltherapie teilnehmen muss. Gründe für eine Therapie können auch Fehler wie Lispeln oder Buchstabenvertauschen sein.