Die Innenarchitektin/ der Innenarchitekt

Der folgende Beitrag von Stefanie Kaulfeld (10b) gibt einen umfangreichen Einblick in den Beruf der Innenarchitektin/ des Innenarchitekten. Auf allgemeine Informationen über diesen Beruf folgen Aspekte der Ausbildungsvoraussetzungen und – möglichkeiten, bevor abschließend die aktuelle berufliche Situation beschrieben wird.

Das Berufbild des Innenarchitekten

Der erste Punkt „Das Berufbild des Innenarchitekten“ umfasst folgende Unterpunkte:

  • Die Geschichte der Innenarchitektur
  • Berufsbild, Aufgabenfelder und Tätigkeiten
  • Der Berufsalltag des Innenarchitekten
Die Geschichte der Innenarchitektur:

Die historischen Wurzeln der Innenarchitektur sind für jeden im fast alltäglichen Leben sichtbar und lassen sich besonders gut im Kunsthandwerk früherer Prachtbauten ablesen. Spätestens seit dem Barock haben Möbelstylisten und Textilkünstler die Entwürfe der ersten Architekten und Innenarchitekten mit beeinflusst.

Mit der späteren Gründung des Deutschen Werkbundes und des Bauhauses zu Beginn des vorigen Jahrhunderts entwickelte sich allmählich aus den ersten Ideen der Raumplanung eine einheitliche Sicht von Architektur, Kunst und Design unter dem Einfluss der zunehmenden Industrialisierung.

Letztendlich führte die Möglichkeiten der industriellen Fertigung von Einrichtungsgegenständen wie Möbeln, Leuchten oder gar ganzen Küchenzeilen sowie der Wunsch nach individueller Gestaltung zur Entwicklung des heutigen Berufsbildes des Innenarchitekten bzw. der Innenarchitektin.

Somit haben sich Innenarchitekten der Idee von der Gesamtgestaltung verpflichtet. Heute ist es ihre Aufgabe Räume zu schaffen, in denen die Funktion und die Atmosphäre zu einer Einheit verschmelzen.

Berufsbild, Aufgabenfelder und Tätigkeiten:

Der Beruf des Innenarchitekten ist, wie viele andere Berufe des künstlerischen Bereichs, sehr abwechslungsreich und weist eine vielfältige Form der Arbeitsaufträge auf.

Die grundlegende Berufsaufgabe des Innenarchitekten bzw. der Innenarchitektin besteht in der gestaltenden, technischen, wirtschaftlichen, ökonomischen sowie sozialen Planung von Innenräumen. Hierzu gehört jedoch nicht nur die reine Planung und Entwurfsanfertigung, sondern auch die Beratung, Betreuung und Vertretung des Auftraggebers sowie ein großes Planungs- und Organisationsengagement bei der Kommunikation mit Handwerkern und Lieferanten.

Innenarchitekten planen und gestalten vor allem Räume bzw. Raumkonzepte für den privaten, den öffentlichen und den geschäftlichen Bereich, erstellen Entwürfe und arbeiten diese zu genauen Ausführungsplänen aus.

Die Schwerpunkte in der Arbeit des Innenarchitekten liegen in der individuellen Gestaltung, Planung und Realisierung von

  • Praxen mit unterschiedlichen Facheinrichtungen
  • Läden und Messen
  • Altbaurenovierungen oder Modernisierungen in stilgerechter Art
  • privaten Einrichtungsplänen
  • Innenausbau und Entwicklung von Einzel- und Serienmöbeln
  • Bank-, Büro- und Konferenzraumausbau mit Medientechnik
  • Sonderflächen wie Empfangsbereichen von Hotels, Restaurants, Suiten oder Wellnessbereichen

Gemeinsam mit dem Auftraggeber legen Innenarchitekten nun die Raumkonzeption und Proportion fest. Dabei werden Farben und Materialien ausgewählt und die Integration von technischer Ausrüstung berücksichtigt. Die Planung umfasst die Gesamtheit des Raumes einschließlich Lichtplanung, Entwurf, individuellen Einbauten u.v.m.!

Erste Ideen der Raumplanung und des Raumkonzeptes entstehen heutzutage auf dem Computer, während früher selbst die kleinsten Details auf Zeichenbrettern gefertigt wurden. Ein Beispiel für solche Raumkonzepte zeigen die folgenden 3-D Fertigungen eines Computerprogramms:

  1. Hier Bild 1:
  2. Hier Bild 2:

Zudem hat ein Innenarchitekt natürlich auch noch die Chance sich auf ein Spezialgebiet festzulegen. Zu solchen Spezialgebieten gehören unter anderem die Produkt- oder Möbelentwicklung. Auch die Spezialisierung auf den Innenausbau von Flugzeugen, Schiffen oder Eisenbahnwagons oder die Planung von Film- und Bühnenausstattungen ist heute bereits möglich.

Durch die neuen elektronischen Medien entwickelt sich die Gestaltung virtueller Räume immer mehr zum neuen und gefragten Beschäftigungsfeld.

Der Berufalltag eines Innenarchitekten:

Im Internet fand ich einen interessanten Artikel von einer jungen Innenarchitektin, die ihren Berufsalltag beschreib. Per E-Mail habe ich nun Kontakt mit ihr aufgenommen um mich genauer über ihre Tätigkeiten sowie die genaue Tagesplanung zu informieren.

Monika Slomski, die selbst ein Innenarchitekturbüro in Heppenheim leitet, beschreibt mir ihren Berufalltag wie folgt:

„Um etwa 7 Uhr in der Früh, teils sogar noch früher, ist für Monika Slomski Arbeitsbeginn im Büro. Da ihre zwei Mitarbeiter zu dieser Zeit noch nicht anzutreffen sind, beschreibt sie diesen Teil des Arbeitstages als ihre kreative Phase. In diesem Zeitraum ist sie völlig ungestört und kann sich somit gut auf ganz spezielle Projekte konzentrieren. Frau Slomski fertigt dann Hauptentwürfe an ihrem Zeichenbrett an oder trifft Überlegungen zur Umsetzung von bereits gefällten Projektideen.

Monika Slomskis Arbeit zeigt, dass der Beruf des Innenarchitekten sogar über die deutsche Grenze hinausgehen kann, denn Monika arbeitet auch an einer Entwurfsarbeit für ein Appartement in Moskau.

Treffen nun auch die Mitarbeiter von Monika Slomski ein, gibt es sozusagen eine „Team-Besprechung“ und jeder weiß, welche Aufgaben von ihm zu erledigen sind.

Nach ihrer kreativen Phase erledigt Monika am Morgen auch noch anfallende Bürotätigkeiten, wie Buchhaltung oder ähnliches. Auch solche Arbeiten kosten täglich gerne mal ein bis zwei Stunden Zeitaufwand.

Doch damit überhaupt Bauvorhaben und Ideen realisiert werden können, müssen natürlich auch Angebote von Handwerkern und Lieferanten eingeholt werden. Auch für diese Aufgaben ist die Innenarchitektin zuständig. Als aufwändig, aber interessant, beschreibt Monika Slomski auch die ausgefallen Wünsche bestimmter Kunden. Hier ist auch Recherchearbeit im Internet sowie Preisvergleich bei Materialien gefragt.

Doch zurück zum alltäglichen Arbeitstag. Nach vielen kleinen Büroarbeiten ist der Morgen schnell vorüber und Monika muss sich anderen Dingen widmen.

Größere Projekte müssen nun vom Zeichenbrett auf den Bildschirm übertragen werden. Hierzu verwenden Innenarchitekten heutzutage hochtechnische Computerprogramme, die ganze Animationen von Raumkonzepten ermöglichen. Gerade bei großen Projekten bevorzugt Monika die Arbeit mit dem PC.

Zu den Pflichten einer Innenarchitektin gehört natürlich auch die Begutachtung der aktuellen Projekte. Für diesen Teil ihrer Arbeit nimmt sich Frau Slomski meist zwischen 16 und 18 Uhr Zeit. In dieser Zeit fährt sie zu den Bauherren und Handwerken und kontrolliert, ob die Umsetzung ihrer Ideen wie von ihr geplant und erwartet stattfindet.

Nach diesen Besuchen heißt es gelegentlich Feierabend für Monika Slomski, andere Male muss sie jedoch auch noch einmal zurück ins Büro um ihre Planungen und Ideen neuer Projekte weiter fortsetzen zu können.“

Meiner Meinung nach zeigt das Beispiel von Monika Slomski gut, dass auch Innenarchitekten einen ausgefüllten Berufalltag von mindestens 10 Stunden haben. Gleichzeitig vermittelt dieses Beispiel jedoch auch die Abwechslung und Individualität dieses Berufes, was mich sehr beeindruckt.

Ausbildung und Qualifikationen

Der zweite Punkt „Ausbildung und Qualifikationen“ umfasst folgende Unterthemen:

  • Die Berufsausbildung- Hochschule oder Universität?
  • Die FH-Lippe und Höxter und der Studiengang?
  • persönliche Anforderungen?
  • Schlüsselqualifikationen, fachliche Qualifikationen?
Die Berufsausbildung – Fachhochschule oder Universität?

Zunächst lässt sich festhalten, dass man für den Beruf des Innenarchitekten ein Studium absolvieren muss. Die Studiengänge für Architektur und Innenarchitektur können jedoch sowohl an Universitäten als auch an Fachhochschulen studiert werden. Deshalb ist es sinnvoll sich zu überlegen, ob für einen persönlich eher das Studium an einer Universität/Hochschule oder an einer Fachhochschule in Frage kommt.

Im Folgenden habe ich die Kennzeichen eines Universitätsstudiums und die Kennzeichen eines Fachhochschulstudiums herausgearbeitet und tabellarisch gegenübergestellt:

Kennzeichen eines Universitätsstudiums vs. Kennzeichen eines Fachhochschulstudiums
  • eher theoriebezogenes Studium; auf wissenschaftliche Forschung ausgerichtet
  • eher auf (praktische) Anwendung bezogenes Studium; Forschung ist keine zentrale Aufgabe
  • viele Studierende; in vielen Fächern Massenausbildung – etwas weniger Studierende; bessere individuelle Betreuung
  • Studiendauer ca. 5-7 Jahre – Studiendauer etwa 4- 4,5 Jahre
  • späterer Einstieg ins Berufsleben (durch Studiendauer bedingt) – früherer Eintritt ins Berufsleben
  • weitgehend selbst bestimmter Studienablauf – Studienplanung ist stärker reglementiert (verschulteres System)
  • infolgedessen höherer Abbrecher- und Durchfallquoten; oft Überschreitung der vorgesehenen Studiendauer
  • infolgedessen geringere Durchfall-Quoten und zügigeres Studium; weitestgehende Einhaltung der vorgesehenen Studiendauer
  • breites Fächerangebot, mehr Kombinationsmöglichkeiten, selbstständiges wissenschaft-liches und methodisches Arbeiten
  • begrenztes Angebot von Fächern, dafür größere Spezialisierung; stärkeres stoff- und lernorientiertes Studium
  • Berufseinstieg momentan schwer – Berufseinsteig in der Regel leichter
  • Möglichkeit zur Doktorarbeit – keine Möglichkeit zur Doktorarbeit
  • – Ausbildung eher für höhere Positionen – Berufsaufstieg eher in mittlere Positionen mit einigen Ausnahmen

Durch den Vergleich lässt sich festhalten, dass generell keine der beiden Hochschularten besser ist als die andere. Es handelt sich um zwei verschiedene Hochschulsysteme mit unterschiedlichen Zielen und Aufgaben. Deshalb muss sich jeder selbst entscheiden, ob für ihn das Fachhochschulstudium oder das Universitätsstudium sinnvoller ist.

Fazit:

Das Studium an Universitäten bietet ein theoriebezogenes Studium, das auf wissenschaftliche Forschung ausgerichtet ist. Zudem eröffnet es ein breites Fächerangebot und somit auch viele Kombinationsmöglichkeiten, sodass das Studium individuell und selbständig geplant werden kann.

Das Fachhochschulstudium hingegen ist eher praktisch orientiert und plant grundsätzlich eine kurze Lehre bzw. eine andere Zeit, in der praktische Erfahrungen gesammelt werden, mit in die Studienzeit ein. Das Fächerangebot ist jedoch begrenzt und ein individuelles Studium ist nicht möglich. Dafür ist die Spezialisierung größer, sodass ein stoff- und lernorientiertes Studium garantiert wird.

Die FH-Lippe und Höxter und der Studiengang des Innenarchitekten:

Einen relativ großen Vorteil in der Berufsausbildung zur Innenarchitektin sehe ich in dem unmittelbaren Ausbildungsplatz in der Umgebung – in der Fachhochschule Lippe und Höxter.

Die Detmolder Fachhochschule bietet eine gelungene Mischung aus künstlerischen, handwerklichen, technischen und wissenschaftlichen Studieninhalten und ein ausgewogenes Angebot an Theorie und Praxis.

Die Stärke der Innenarchitektur ist die unmittelbare Korrespondenz mit dem Kunden, der Raumgestaltung und -wirkung, mit den Materialien und Oberflächen, mit den Einrichtungen, dem Licht, den Farben und Düften.

All diese Punkte werden im Studium an der Fachhochschule in Detmold vermittelt. Bemerkenswert finde ich persönlich auch die Möglichkeit eines Auslandstudiums für ein oder zwei Semester. In diesem Zeitraum können neue Erfahrungen in anderen Kulturen und Ländern gesammelt werden, wobei das Studium nicht vernachlässigt wird.

Den Studiengang der Innenarchitektur an der FH-Detmold habe ich aus mehreren Materialien einmal zusammengestellt:

Name des Studiengangs:

  • Innenarchitektur
  • Zulassungsvoraussetzungen:
  • Abitur, Fachhochschulreife, hochschulinterner NC (2,3)
  • Weitere Voraussetzungen:
  • Grundpraktikum (13 Wochen) in Ausbau- betrieb
  • Studierende im Hauptfach: 800
  • Zulassung von Erstsemestern pro Semester: 100
  • Dauer des Grundstudiums: 4 Semester
  • Dauer des Hauptstudiums: 2 (–+1) Semester
  • Dauer der Abschlussarbeit: 3 Monate
  • Kernfächer im Studium:
    • Grundlagen der Gestaltung;
    • Grundlagen des Entwerfens;
    • Darstellungstechniken;
    • Möbel- konstruktion;
    • Innenraumbeleuchtung;
    • Bau- konstruktion;
    • Werkstofflehre;
    • Technischer Ausbau;
    • Bau/Möbelgeschichte;
    • Wohnmedizin Ergonomie
  • Studienschwerpunkte im
    • Möbeldesign;
    • Produktdesign;
    • Wohnen;
    • Hotel;
  • Hauptstudium:
    • Gaststätten;
    • Läden;
    • Büros;
    • Messen;
    • Ausstellungen;
    • Wohnbau;
    • Sozialbau;
    • Umbauen;
    • Sanieren;
    • Räumliches Inszenieren;
    • Multimedia;
    • Grafikdesign

Mögliche Studienabschlüsse:

  • Diplom-Ingenieur/in (FH)
  • Partnerhochschule:
  • Marmara Universität, Istanbul; Türkei Sonstiges:
  • Zusatzqualifikationen; Bauvorlageberechtigung;
  • Lehrkörper: 20 hauptamtliche Professorinnen und Professoren; 10 Lehrbeauftragte

<h4>Fazit:</h4>

Meiner Meinung nach bietet der Studiengang der Innenarchitektur an der FH-Detmold ein praxisorientiertes Studium, welches jedoch zugleich auch theoretische Teile aufgreift und noch zusätzlich ein Auslandstudium von zwei Semestern ermöglicht. Ich denke, damit ist eine gute Ausbildung zum Diplom-Ingenieur/in garantiert.

Persönliche Anforderungen:

Zunächst lässt sich festhalten, dass das Berufsspektrum eines jeden Innenarchitekten einen sehr weiten Raum umfasst und dass somit auch viele persönliche Anforderungen an die angehende Innenarchitektin bzw. den angehenden Innenarchitekten gestellt werden. Sollte man sich nun ernsthaft für ein Studium im Bereich Architektur interessieren, sollte man folgende Begabungen und Fähigkeiten bereits von Grund auf besitzen:

  • Kreativität und Phantasie
  • Räumliches Vorstellungsvermögen
  • Logisches Denken
  • Organisatorisches und kaufmännisches Talent
  • Geschick im Umgang mit Menschen
  • Interesse, Verständnis und gegebenenfalls auch bereits Kenntnisse über handwerkliche Arbeiten und Konstruktionen

Darüber hinaus sollten Innenarchitektinnen und Innenarchitekten über eine gute Allgemeinbildung verfügen und eine solide fachliche Ausbildung haben. Außerdem ist auch die ständige Fortbildung während der Berufstätigkeit ein wichtiger Punkt zum Erfolg eines jeden Architekten.

Gerade in der Arbeit von Innenarchitekten spielen Fragen der Betriebswirtschaft, des Rechts und der Kommunikation eine wachsende Rolle. Somit sollte grundsätzlich auch eine Bereitschaft vorhanden sein, sich auch in andere Themenfelder einarbeiten zu können.

Schlüsselqualifikationen und fachliche Qualifikationen:

Natürlich lässt sich auch im Beruf des Innenarchitekten auf den alten Spruch: „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“ zurückgreifen, doch fordert dieses Berufsfeld weitaus mehr Qualifikationen als andere Arbeitsfelder. Viele dieser Qualifikationen werden während des Studiums und während der Lehre antrainiert und erarbeitet. Dabei wird grundsätzlich zwischen fachlichen und Schlüsselqualifikationen unterschieden.

Gutes Beobachtungs- und räumliches Vorstellungsvermögen, eine Sensibilität für Form, Farbe und Material, Struktur, Ordnung und Proportion sind wichtigste Fähigkeiten und Neigungen, die künftige Studierende für ein Architekturstudium mitbringen sollten. Zu diesen Grundfertigkeiten und Neigungen sollte für jedes Architekturstudium außerdem ein Interesse an wirtschaftlichen Abläufen und an rechtlichen Fragestellungen mitgebracht werden. Bei fast allen Bauprojekten, sowohl im Innen- wie auch Außenbereich, spielt die Frage der Kosten und der damit verbundenen Kalkulation und Finanzierung eine wichtige Rolle.

Außerdem müssen Innenarchitekten und Absolventen verwandter Studiengänge zahlreiche baurechtliche und verwaltungsrechtliche Vorschriften beachten. Aus diesem Grund gehören Baurecht und Finanzkalkulation zum Bestandteil des Studiums. Hinzu kommt, je nach Studienausrichtung, auch ein ausgeprägtes Interesse an Umweltwissenschaften. All diese Punkte zählen zu den Qualifikationen, die ein angehender Innenarchitekt mit sich bringen sollte.

Zu diesen Qualifikationen kommen jedoch noch einige mehr, denn wie jemand seine Aufgaben bewältigt, hängt wiederum von ganz anderen Faktoren ab. Die Gesamtpersönlichkeit ist von entscheidender Bedeutung für den beruflichen Erfolg.

Wenn jemand ein Studium absolviert hat und auch noch Zusatzqualifikationen oder eine Docktorarbeit erworben hat, heißt das noch lange nicht, dass er oder sie daher eine Garantie für einen beruflichen Erfolg haben wird. Arbeitgeber achten nämlich zusätzlich auch auf folgende Schlüsselqualifikationen:

  • Fleiß und Ausdauer
  • Geistige Beweglichkeit
  • Denken in Zusammenhängen
  • Ergebnisorientiertes Arbeiten
  • Soziale Kompetenz und Führungsqualitäten
  • Probleme von verschiedenen Seiten angehen
  • Durchsetzungsfähigkeit und überzeugende Argumente
  • Fähigkeit zur Teamarbeit
  • Realitätssinn
  • Phantasie und Kreativität

Neben diesen Schlüsselqualifikationen müssen natürlich, wie in allen anderen Berufsfeldern auch, bestimmte fachlich Qualifikationen vorhanden sein:

  • Wahl des richtigen Studiums und eine breit angelegte Ausbildung mit für die spätere Tätigkeit relevanten Vertiefungen
  • Zügiges Studium und ein guter Studienabschluss
  • Zusatzqualifikationen
  • praktische Kenntnisse und eine zuvor absolvierte Lehre
  • gute Allgemeinbildung
  • sicheres Deutsch in Wort und Schrift
  • Beherrschung der Informations- und Kommunikationstechnologien
  • Fremdsprachenkenntnisse
  • Auslandserfahrung
  • Bereitschaft zum Weiterlernen
Fazit:

Es kommt wesentlich darauf an, frühzeitig den richtigen Weg abzustecken, dabei aber offen zu sein für benachbarte Wege und dabei über eine fundierte Ausbildung sowie eine gute Allgemeinbildung zu verfügen.

Darüber hinaus ist es wichtig, die eigene Persönlichkeit fortzuentwickeln, ergebnis- und teamorientiert denken zu lernen, die Bereitschaft zum ständigen Weiterlernen und viel Geduld für die lange Strecke mitzubringen. Das rechtzeitige und regelmäßige Trainieren von Schlüsselqualifikationen, vor allem von solchen, die schwach ausgeprägt sind, gehört unbedingt hierzu.

Berufsausbildung und nun?

Der dritte Punkt „Berufsausbildung und nun?“ umfasst folgende Unterthemen:

  • Wo kann ich den Beruf ausüben?
  • das monatliche Einkommen

  • Entwicklung des Berufes in den letzten Jahren
  • Quellenangaben
Wo kann ich den Beruf des Innenarchitekten ausüben?

Nach dem abgeschlossene Studium tritt natürlich die nächste große Frage auf: „Wo kann ich den Beruf des Innenarchitekten denn nun ausüben?“

Zunächst beginnt eigentlich fast jeder erst einmal mit einer Lehrstelle bei einem Architekturbüro, da die nötigen Grundlagen für die Selbstständigkeit häufig noch nicht gegeben sind. Später bestehen jedoch durchaus Chancen sich einmal selbstständig zu machen.

Die Aufsteigchancen eines Innenarchitekten stehen nicht schlecht, sind jedoch lange nicht so hoch wie z.B. in Berufsfeldern der qualifizierten Vertriebs- und Marketingberufe.

Im Jahre 2000 gab es ca. 115.000 Architekten, Innenarchitekten und Raumplaner in ganz Deutschland mit steigender Tendenz. Allein in den Jahren zwischen 1995 und 2000 lässt sich in diesem Berufsfeld ein Zuwachs von 11,7 Prozent erkennen.

Auch in unserer Region; d.h. im Regierungsbezirk Lippe-Detmold, gibt es eine ganze Reihe von fachlich hochqualifizierten Innenarchitekten und Innenarchitektinnen. Daraus lässt sich folgern, dass auch eine relativ hohe Chance besteht, bei einem dieser Architektur- und Innenarchitekturbüros ein Praktikum zu machen.

Einige interessante Innenarchitekten aus der Umgebung habe ich einmal zusammengestellt, da auch ihre Internetseiten häufig noch einen guten Einblick in den Beruf gewähren. Vor allem Fotos von durchgeführten Projekten oder angefertigte Skizzen, erlauben einen guten und detailorientierten Einblick in den Beruf des Innenarchitekten:

Detmold:

  • xtraplan
  • Nils Döring, Dipl.-Ing.
  • Palaisstr. 34 (05231) 20547
  • Telefax (05231) 34773
  • www.xtraplan.de

Blomberg:

  • Architekturbüro Höferlin & Höferlin
  • Am Hang 13 (05236) 8326
  • – Langer, K. Kirchhof 3 (05235) 992652
  • Telefax (05235) 992653
  • Spieß, R. ;
  • Kixmühlenweg 49
  • (05281) 78616
Das monatliche Einkommen:

Eine Internetdatenbank bietet eine Tabelle mit Durchschnittgehältern an, die sich im Bereich der künstlerischen Berufe wieder finden lässt. Zu dieser Berufsgruppe gehört u.a. der Beruf des Innenarchitekten.

Quelle: www.gehaltscheck.de Stand : 04.10.2004

Wie sich aus der obigen Tabelle ablesen lässt, verdient eine Innenarchitektin im Jahr ca. 32.303 Euro brutto. Teilt man diesen Betrag nun durch zwölf um auf das monatliche Gehalt schließen zu können, kommt man etwa zu einer Summe von etwa 2691,90 Euro brutto. Von diesem Verdienst müssen jedoch noch Steuerabgaben und sonstiges an den Staat gezahlt werden, sodass man im Groben sagen kann, dass „nur“ noch etwa 1500-1600 Euro monatlich über bleiben.

Bei diesen Angaben handelt es sich natürlich um reine Durchschnittswerte, die vom wirklichen späteren Einkommen noch stark abweichen können. So gibt es z.B. natürlich auch noch Unterschiede in der monatlichen Einkommenshöhe in den unterschiedlichen Positionen, die man sich erarbeiten kann. Auch die monatlichen Gehälter eines selbstständigen Innenarchitekten oder einer selbständigen Innenarchitektin schwanken von diesen Durchschnittswerten ab.

Die Entwicklung des Berufes des Innenarchitekten in den letzten Jahren:

Der Markt der Arbeit für Innenarchitekten ist natürlich, wie alle andren Berufsfelder auch, stark abhängig von gesamten deutschen Arbeitsmarkt und natürlich auch der ständig wachsenden Arbeitslosigkeit.

Mit über 11.800 Arbeitslosen hat sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt der Ingenieure für Hochbauarchitektur, Innenarchitektur und Stadtplanung im Jahr 2003 noch einmal deutlich verschlechtert. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der Arbeitssuchenden um 1.400 und somit auf 13,5 Prozent. Lediglich bei den Ingenieuren für Landschaftsarchitektur hat sich die Lage weiter entspannt.

Es gibt eine ständig wachsende Zahl von arbeitslosen Architekten. Vor allem betroffen sind die Architekten; bei den Landschaftsarchitekten lässt dafür jedoch ein geringer Rückgang der Arbeitslosigkeit feststellen. Auch im Berufsfeld der Innenarchitekten und Innenarchitektinnen ist die Arbeitslosigkeit leider immer weiter gestiegen. Gegenüber dem Anfang der neunziger Jahre hat sich die Arbeitslosigkeit fast verfünffacht.

Besonders angespannt ist die Lage bei den Hochbauarchiteketen. Hier stieg die Arbeitslosigkeit zwischen den Referenzmonaten September 2002 und September 2003 um 15 % auf 9.683 Personen. Im gleichen Zeitraum nahm die Anzahl der arbeitslosen Innenarchitekten um etwa 13,5 Prozent und die Anzahl der arbeitslosen Stadtplaner um ganze 16 Prozent zu.

Nur bei der relativ kleinen Gruppe der Landschaftsarchitekten lässt sich glücklicherweise eine entspannte Lage feststellen. Die Arbeitslosigkeit sank hier noch einmal deutlich auf 218 Personen.

Es ist definitiv nicht zu übersehen, dass die auch im Berufsfeld der Architektur in den letzten Jahren nicht wirkliche positive Entwicklungen aufgetreten sind. Doch schaut man sich die Arbeitslosenquoten und –zahlen vieler andrer Berufsbereiche an kommt man zu kaum anderen Ergebnissen.

Doch welche Faktoren spielen eine Rolle, wenn es um die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt geht?

Innenarchitekten und Innenarchitektinnen haben unterschiedliche Möglichkeiten ihren Beruf auszuüben: Sie können als Freischaffende mit einem eigenen Architekturbüro arbeiten oder sich einen Beruf als Angestellte suchen.

Innenarchitekten als Angestellte:

Nach dem Studium wird auch in der Innenarchitektur eine Berufspraxis von zwei Jahren gefordert. In dieser Zeit ist es der Normalfall als Angestellte oder Angestellter tätig zu sein.

In diesen zwei Jahren kann man

  • in Innenarchitektur- und Architekturbüros tätig sein
  • bei gewerblichen Unternehmen, wie z.B. Laden- und Messebaufirmen, Praxiseinrichtern, Büroeinrichtern, usw. Erfahrungen sammeln
  • im öffentlichen Dienst eher nicht arbeiten, da Arbeitsplätze für Innenarchitekten hier eher selten sind.
Innenarchitekten als Selbstständige:

Das Wunschziel vieler Innenarchitekten ist natürlich die Idee von der selbstständigen Tätigkeit, obwohl damit ein relativ hohes wirtschaftliches Risiko verbunden ist. Die Honorare sind, genau wie bei Architekten, in einer staatlich festgesetzten Honorarabrechnung geregelt. Dieses hat zum Vorteil, dass pro Auftrag ein Mindesteinkommen weitgehend gesichert ist; wiederum aber zum Nachteil, dass es eine Begrenzung der Einkommensmöglichkeit nach oben gibt.

Eine gute Möglichkeit, sich als Innenarchitekt bzw. Innenarchitektin heute einen Namen zu machen und somit auch indirekt seine finanzielle Existenz sowie einen sicheren Schutz vor der Arbeitslosigkeit abzusichern, bieten Innenarchitektur- und Designwettbewerbe. Hinzu kommt, dass die Auftragssituation für Innenarchitekten sehr stark den konjunkturellen Schwankungen unterliegt.

Fazit:

Eine generelle Aussage über die beruflichen Perspektiven eines Innenarchitekten bzw. einer Innenarchitektin lässt sich daher nicht machen. Einerseits kann man das ganze relativ negativ sehen, d.h. hohe Arbeitslosenzahlen und keine Möglichkeit der Arbeit im öffentlichen Dienst. Andererseits bietet die große Bandbreite der Tätigkeitsbereiche für Innenarchitekten, sowie die qualifizierte Ausbildung in der auch das handwerkliche Geschick ausgeprägt wird, eine weitgehende Möglichkeit, sich bei Schwierigkeiten im Arbeitsangebot, flexibel und schnell auch auf einen anderen Beruf einstellen bzw. umschulen zu können.

Quellenangaben:

  • www.architektenkammer.de
  • Architektenkammer Nordrhein-Westfalen
  • Bundesarchitektenkammer
  • www.arbeitsagentur.de
  • www.gehalts-check.de
  • www.boyng.de/arbeitswelt.htm
  • www.3d-innenarchitekt.de
  • Buch: -Architektur und Raumplanung- Die Studienmappe für ein maßgeschneidertes Studium und den erfolgsreichen Berufseinstieg
  • Autor: Angela Verse-Herrmann, Eichborn-Verlag
  • Start frei! – Der Weg zum Wunschberuf Bundesverband deutscher Banken

19 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Hey Stefanie!!!
    Vielen Dank für diesen umfangreichen Artikel. Ich brauche diese Informationen für ein Deutschreferat über Innenarchitektur, dabei war dieser Artikel sehr hilfreich, danke!

  2. mich interessiert welchen schulabschluss man so inder regel benötigt!
    ich besuche zurzeit die realschule habe aber im lezten jahr extern den quali mit 2,6 geschafft
    da es in der realschule nich so gut läuft und ich warscheinlich die schule verlassen muss wäre es super wennich für den beruf nur den quali bräuchte!
    pmb
    yassin

  3. ey danke ist echt nett von dir ich kontte mir viele infos holen da ich denn beruf ausüben will weiß ich wie es später auch mal ausiht was für eine note hast du darauf bekommen? ich hoffe eine 1
    danke danke
    jenny

  4. Eine super tolle Ausarbeitung!
    Herzlichen Glückwunsch!

    Als ich im Internet nach „Innenarchitekt“ gesucht habe standest Du mit Deinem Artile auch ziemlich weit oben!!

    Peter Joehnk … selbst Innenarchitekt

  5. also ich muss in wirtschaft ein plakat zum thema „meine zukunft- mein beruf“ machen… naja und zum glück bin ich auf diese seite gestoßen ,weil es ist sehr informativ und alles dabei was ich wissen muss…danke…;-)

  6. Hallo Stefanie Kaulfeld,

    ich bin selber Innenarchitektin und freue mich riesig, wenn sich jemand so intensiv mit diesem Berufsfeld auseinander setzt. Es ist eben doch viel mehr als nur Wandfarben festlegen.
    Sehr interessant aufbereitet!
    Jenny Weber

  7. hey.
    ich finde den bericht sehr gelungen und sehr aufschlussreich.ich bin zur zeit in der 10.klasse gymi und spiele mit dem gedanken nach dem abi innenarchitektur zu studieren, da es mich schon sehr anspricht,das einzige wo ich bedenken habe, sind die späteren berufschancen und das monatliche einkommen,das ja doch nicht so sehr hoch ist.
    naja, ich hab ja noch bisschen zeit…
    lg

  8. hi danke dein bericht ist einfach spitze hat mir bei meinen wirtschaft referat sehr geholfen(note1) vielen dank freshe grüße aus ghetto reisbach in niederbayern

  9. Eine sehr gelungene Übersicht über Innenarchitektur und das Berufsfeld des Innenarchitektin. Hoffentlich regt dies viele Ihrer MitschülerInnen an, selbst diesen wunderbaren Beruf zu ergreifen.
    Ihre Constanze Schuchmann, Innenarchitektin (BDIA)

  10. Hii 🙂

    Tolle Vorstellung.
    Ich soll ein Referat über den Beruf Innenarchitekt/in machen. Da hat mir der Artikel sehr weiter geholfen.
    Außerdem würde ich selber gerne Innenarchitektin werden und durch diesen Beitrag konnte ich mich ausreichend informieren.

  11. Liebe Stefanie!!!
    Dein Artikel ist wirklich große Klasse!
    Ich musste genauso wie Madita ein Deutschreferat über Innenarchitektur halten!
    Ich konnte fast alles aus deinem Artikel verwenden!
    DANKE!!!
    vlg mella

  12. Hallo, das ist ein wirklich guter und super ausführlicher Bericht. Ich selbst arbeite nun seit etwa einem Jahr als Innenarchitekt in einem kleinen aber renomierten Möbel/ Einrichtungsgeschäfft in BW. Mein Verdienst liegt bei 2600 Euro im Monat. Liege also etwas unterm Durchschnitt. Mich würde interessieren was andere Innenarchitekten in den unterschiedlichen Arbeitsbereichen verdienen. Vielleicht meldet sich ja auch ein selbstständiger Innenarchitekt und berichtet über seine Erfahrung aus finanzieller Sicht. Schon mal vielen dank für eure Posts. Gruß euer Frobel

  13. Guter, sehr hilfreicher Artikel! Du hast mir sehr bei meinem Referat geholfen. Danke 🙂
    ..auch ein kleiner Einblick, was bei meinem Praktikum auf mich zukommt 😛

  14. Moin ,danke schön für den Bericht!Ich hab nur ein Hauptschulabschuss ,bin aber seid 9 Jahren Maler Geselle und hab jetzt ein Innenarchitektur/Raumgestaltung- Fern studium gemacht,1 1/2 Jahre lang, im August 2010 erfolreich abgeschlossen ,jetzt weiss ich nicht wirklich, wenn ich hier so lese, das ihr alle 4 -5 Jahre studieren musstet,ob ich damit wohl Chancen hab !?!%!Ich bin noch als Maler berufstätig zurzeit und hab noch keine Berwerung losgeschickt,Sollte ich auch erst mal eine Ausbildung in einem Architekten Büro machen ?Geht das überhaupt ohne Abitur ? Wär super nett wenn ein Innenarchitekt,der selstständig ist , mir verraten könnte wie er das beurteilt! danke .Gruss casten

  15. Hey, danke, dein Artikel war wirklich sehr hilfreich! Ich möchte nämlich Innenarchitektin werden, somit waren diese Infos sehr hilfreich! Nun weiß ich endlich, dass ich wirklich ein Studium brauche und kann nun noch rechtzeitig Kunst belegen (bin in der 10.Gym.) Danke nochmals! 🙂

  16. ….Und sogar im Jahre 2013 noch zu finden!

    Super geschrieben!
    Werde dieses Jahr auch versuchen Innenarchitektur zu studieren! 😉

    Würde mich interressieren, was du jetzt für einen Weg eingeschlagen hast,Stefanie!?

  17. Hey Stefanie,
    ich habe mich riesig gefreut als ich diesen Artikel gefunden habe.Ich möchte Innenarchitektur studieren ,also wirklich ein super Erfolg,dieser Artikel. Danke es hat mir echt geholfen…
    Maggi