Interview über das Lippeblogs.de – Projekt

Marten OosterhoffSeit wann genau gibt es Lippeblogs.de?

Lippeblogs.de ist seit Mitte August 2007 online.

Um was genau geht es bei Lippeblogs.de?

Lippeblogs.de bietet Weblogs für Menschen aus Lippe an. Ein Weblog ist ein Online-Journal, in dem in der Regel die Einträge chronologisch sortiert dargestellt werden. Es wird oft mit einem Tagebuch verglichen. Ein Weblog muss aber nicht unbedingt sehr private und persönliche Einträge enthalten.“Blogger“, so werden die Autoren eines Weblogs umgangssprachlich genannt, nutzen ihr Journal, um spontane Eindrücke, Meinungen, Erfahrungen aber auch Lesezeichen für sich und andere festzuhalten.

Da in einem Weblog alle Einträge von den Lesern durch Kommentare ergänzt werden können, ist es eine tolle Möglichkeit, um beispielsweise Ideen mit anderen auszutauschen. Das alles passiert nicht in einem Forum, dessen Funktionen sehr beschränkt sind, sondern auf der eigenen Homepage, im eigenen Blog unter der persönlichen Wunschadresse.

Viele Themen, über die Blogger schreiben, haben einen Bezug zu der Region, in der sie leben. Und für die Region Lippe bietet Lippeblogs.de dazu den passenden Rahmen an. Hier bloggen Lipper über das, was Lipper eben so beschäftigt. Das kann unterhaltsam sein oder informativ oder beides oder nichts davon.

An wen ist das Angebot gerichtet, und kostet das ganze etwas?

Die Eingrenzung einer bestimmten Zielgruppe ist schwierig. Ich kann nicht sagen, wir sprechen mit Lippeblogs.de nur Schüler oder nur Berufstätige oder nur Senioren an. Lippeblogs.de definiert sich eher aus einem wachsenden Bedürfnis heraus: Blogger wollen sich nicht auf den reinen Konsum von Informationen beschränken, sie wollen selbst Inhalte produzieren.

Ich gehe aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen und als Lipper davon aus, dass sich potentielle Blogger in Lippe in dieser Hinsicht nicht so sehr vom Rest der Welt unterscheiden. Lippeblogs.de reagiert auf den Wunsch einer wachsenden Anzahl von Menschen aus Lippe, die auf Ihren eigenen Webseiten unkompliziert und schnell Inhalte veröffentlichen wollen. Dieser Wunsch wurde mir gegenüber bei vielen beruflichen und privaten Kontakten immer wieder geäußert.

Und zum zweiten Teil der Frage: Ein Weblog bei Lippeblogs.de ist kostenlos. Eine Tatsache, die für sparsame Lipper möglicherweise nicht ganz unbedeutend ist 😉 Zum Start bei Lippeblogs.de wird nur eine gültige E-Mail-Adresse benötigt.

Aus welchem Grund hast du das Projekt gestartet, und wie bist du auf die Idee gekommen?

Die Idee trage ich schon länger mit mir herum. Aber es fehlte noch der passende Anstoß, um das Projekt in die Tat umzusetzen. Im Rahmen eines Beratungsvertrags für einen Kunden in Lippe wollte ich die Idee des Mitmach-Web erläutern. Ich suchte also ein anschauliches Beispiel dafür: Und so wurde aus der Idee „Lippeblogs.de“ quasi über Nacht Realität.

Leitest du das Projekt allein?

Ich sehe mich nicht in der Rolle eines „Leiters“. Jeder Blogger ist sein eigener „Chefredakteur“ und im rechtlichen Sinne voll für die Inhalte in seinem Journal verantwortlich. Ich bin eher der Initiator des Projekts und stelle momentan die technische Infrastruktur zur Verfügung. Zurzeit formt sich ein Team, das hinter den Kulissen für den reibungslosen Betrieb und die Weiterentwicklung von Lippeblogs.de Sorge tragen sollen.

Was bietet Lippeblogs.de, was andere Blog-Anbieter nicht bieten?

Wir bei Lippeblogs.de sind Lipper und unsere Blogger auch. Muss ich mehr sagen? 😉 Im Ernst: Trotz der weltweiten Vernetzung sind lokale Kontakte und Informationen für das tägliche Leben nach wie vor wichtig. Mit Lippeblogs.de wollen wir davon einen Teil bündeln, und wir hoffen, „unsere“ Blogger und Ihre Leser tauschen viele Informationen aus und tragen so zur Meinungsvielfalt in Lippe bei.

Ich kenne kein Medium in Lippe, das nur annähernd diese Möglichkeiten bietet und so flexibel auf unterschiedliche Bedürfnisse reagieren kann.

Wie wird das Projekt bis jetzt von den Lippern angenommen?

Ich freue mich über jedes aktuelle Blog in Lippe, ob es nun auf unserer Plattform läuft oder nicht. Lippeblogs.de bekommt erstaunlich positives Feedback. Wir haben außerdem schon einige interessante Anregungen von den Nutzern des Angebots bekommen, die wir gerne aufgreifen wollen.Eine Interessentin war vor einigen Tagen Feuer und Flamme, sie wusste beispielsweise nur noch nicht, wie sie es schonend ihrem Technik-Guru verklickern kann, dass die alte Homepage aus den 90er Jahren ausgedient hat.

Wie schon erwähnt: Technik-Gurus werden immer in der Lage sein, Inhalte im Web zu verbreiten. Andere dagegen mögen lieber so mühelos einen Text auf die eigene Homepage stellen wie sie bei einem anderen Anbieter vielleicht ihre E-Mails schreiben und abschicken. Für Letztere ist Lippeblogs.de die richtige Adresse.

Und mit Blick auf die durchweg positive Resonanz dürfen wir nicht übersehen, die Idee des „Mitmach-Web“ ist inzwischen zwar längst Realität, wird aber zumindest in Deutschland bei weitem nicht so intensiv im (inter)aktiven Sinne genutzt wie beispielsweise in den USA. Insofern sehe ich die Entwicklung des Projekts positiv.

Abgesehen davon wie die Lipper das Projekt annehmen, gibt es noch die breite anonyme Masse der Websurfer, die die Lippeblogs über Links und Suchmaschinen ansteuern. Hier entwickeln sich die Zugriffszahlen stetig nach oben, das wiederum freut unsere Blogger, denn die suchen ja Aufmerksamkeit.

Wie machst du Werbung für das Projekt?

Wir haben bisher keine Werbung im klassischen Sinne gemacht und haben das zurzeit auch nicht vor. Wir vertrauen einerseits voll auf den bewährten lippischen Gartenzaun-Funk, sprich Mund-zu-Mund-Propaganda. Nichts ist besser als eine persönliche Empfehlung. Und wir zählen andererseits auf das virtuelle Äquivalent zum Gartenzaun-Funk in der Blogosphäre also Links und Empfehlungen, Kommentare und so weiter. Mit dieser Strategie fahren wir zurzeit gut.

Seit wann bist du selbst in der Blog-Szene aktiv, und was hältst du vom Bloggen?

Oh! Dass das jetzt nicht so rüberkommt, ich wäre in irgendeiner ‚Szene‘ aktiv. Viele Menschen in Deutschland informieren sich schon jetzt in Weblogs, bemerken es nur nicht. Das besagt jedenfalls die jüngste Online-Studie von ARD und ZDF. Ehrlich gesagt habe ich vor einigen Jahren auch nicht diesen Hype aus USA von wegen „Blogs“ verstanden. Da schrieben Leute regelmäßig lesenswerte Dinge auf Ihrer Homepage. Na und? Meine erste Homepage habe ich im Sommer 1995 gebaut und kontinuierlich mit Infos aktualisiert. Bis ich dann realisiert habe, dass dieses ‚Bloggen‘ in diesem Jahrtausend die Fortsetzung der Homepage aus den 90ern mit zeitgemäßen Mitteln ist.

Alles ist viel einfacher und dadurch spontaner geworden. Die Vernetzung und die Verbreitung der Infos sind bedeutend intensiver und schneller — und unabhängiger! Ganz aktuell sind es übrigens Blogger, die unabhängige Informationen über die Aufstände und deren blutige Niederschlagung aus Birma verbreiten — und sofern sie tatsächlich vor Ort sind, damit Ihr Leben aufs Spiel setzen. Dagegen nimmt sich meine Weblog-Nutzung bescheiden aus. Weil ich unter anderem Fortbildungen zu Themen anbiete, zu denen es nahezu täglich neue Informationen gibt, lese ich viele Weblogs.

Jeder Blogger sollte Weblogs lesen und dort auch kommentieren. Sehr aktiv nutze ich ein Online-Angebot aus dem Mitmach-Web, bei dem ich fast alle meine Lesezeichen speichere und mit anderen Nutzern teile. Diese Lesezeichen werden dann automatisch als Inhalt in mein Weblog geladen, wo sie meine Kunden dann wieder abrufen können.

Selbstverständlich blogge ich auf Lippeblogs.de, wo wir im Teamblog über Neuigkeiten rund um das Angebot informieren. Lippeblogs.de