Ein Wochenende als Manager

PlanspielPFH1aWie auch im vergangenen Jahr (siehe Interview) hatte die Private Fachhochschule Göttingen Oberstufenschülern die Teilnahme am Unternehmensplanspiel U-B-a-s angeboten. Sicher eine prägende Erfahrung, mit der auch noch gleichzeitig die Aufnahmeprüfung zur PFH Göttingen bestanden ist. Antonin Salice-Stephan beschreibt seine Erlebnisse und Eindrücke.

Vom 22.-23. Januar 2010 fand das Unternehmensplanspiel U-B-a-s der PFH Göttingen statt. Die PFH-Göttingen ist die Partnerhochschule unseres Hermann-Vöchting-Gymnasiums. Als einziger Schüler unserer Schule nahm ich (Antonin Salice-Stephan) an dem zweitägigen Managerplanspiel teil. Leider war das Interesse der Oberstufenschüler nicht sonderlich groß. Aber vielleicht kann ich den ein oder anderen Oberstufenschüler mit diesem Bericht dazu ermutigen, sich nächstes Jahr auch für dieses Planspiel zu bewerben.

Worum ging es also in diesen zwei Tagen?

Das Managerplanspiel ist gewissermaßen eine Unternehmenssimulation. Zu Beginn der Simulation wurden die ca. 60 Teilnehmer in 6er bzw. 7er Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe bildete sozusagen einen „Managerstab“. Dieser Managerstab ist verantwortlich für sein Unternehmen, welches ein „langlebiges technisches Gebrauchsgut“ produziert und verkauft.

Die Aufgabe der Teilnehmer liegt nun also darin, ihre Unternehmen nach bestmöglichen Umsätzen zu führen. Hierbei mussten zunächst die Marktstrategien abgesprochen werden. Schließlich verkauft jedes Unternehmen seine Produkte auf unterschiedliche Art und Weise.

Das beste Beispiel ist etwa Aldi im Vergleich zu Marktkauf. Jeder Kunde sieht deutliche Unterschiede zwischen den Märkten. Während Aldi auf einfache Massenproduktion und geringe Preise setzt, bietet Marktkauf Produkte zu höherem Preis und dafür vielleicht ein angenehmeres Einkaufsambiente an.

Die „Schüler-Manager“ mussten nun also zeitgerecht Produkte für den Markt herstellen und dabei stets Lohnkosten, Werbung, Materialkosten, Produktionskosten sowie Forschungs- und Entwicklungskosten berücksichtigen. Schließlich wirkt sich die Höhe dieser aufgezählten Kosten später auf den Verkaufspreis und somit auf den Umsatz aus.

Mein Unternehmen konzentrierte sich auf eine Massenproduktion mit hohem Qualitätswert. Diese Strategie hat zweierlei Vorteile: Wir konnten große Teile des Marktes mit unseren Produkten decken und den Preis bestimmen und zudem mit steigender Qualität marktfähig bleiben. So stieg das Eigenkapital von meinem Unternehmen von 3.5 auf 5.6 Millionen Euro an.

Nach zwei sehr harten Tagen und Stunden voll strategischer Kreditberechnungen wurde mein Team schließlich Erster in unserem Planspiel. Unser Unternehmen gewann mit einem Marktanteil von 43% und der höchsten Qualität im Vergleich zur Konkurrenz.

Zum Verlauf des Spiels lässt sich noch sagen, dass der Zeitdruck sehr hoch war. Die anwesenden Professoren und Spielleiter schienen geübt darin gewesen zu sein, Druck auszuüben. Nur so könne ein realitätsnahes Verständnis des Manageralltags gewonnen werden, sagten sie.

Untergebracht wurden wir übrigens in einem Hotel. Wir erhielten eine Rundum-Verpflegung und waren wirklich bestens versorgt.

Für mich und mein Team war die Teilnahme natürlich besonders profitabel, da wir jeder einen nagelneuen iPod mit „PFH Göttingen“-Gravur erhielten. Außerdem haben wir durch die erfolgreiche Teilnahme am Planspiel die Aufnahmeprüfung der PFH Göttingen bestanden, falls wir uns für ein Studium an dieser Fachhochschule entscheiden sollten.

Ich kann also nur jedem Schüler empfehlen, diese wirklich lehrreiche Gelegenheit zu nutzen. Und selbst wenn ihr später kein Manager werden wollt, dann ist es doch trotzdem irgendwie interessant, sich zumindest mal für zwei Tage so zu fühlen wie einer, oder nicht?

Antonin Salice-Stephan

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