73 neue Lebensspender- großer Erfolg der „Typisierung“

Alle 45 Minuten erhält ein Mensch in Deutschland die Diagnose: „Sie haben Leukämie.“ Das sind etwa 11.600 Menschen im Jahr. Viele dieser Menschen sind Kinder und Jugendliche. In fast allen Fällen ist die einzige dauerhafte Heilungsmethode eine Knochenmarkspende von einer Person, deren Gewebemerkmale mit der erkrankten Person übereinstimmen.

Dabei wird das Knochenmark des an Leukämie erkrankten Patienten durch Bestrahlung vollständig zerstört und dann durch das Knochenmark des Spenders ersetzt. Im Idealfall ist der Patient nach Abschluss der Behandlung vollständig geheilt.

Soweit die Theorie; in der Praxis hingegen steht man vor dem Problem, dass die Wahrscheinlichkeit einen geeigneten Spender zu finden zwischen 1:20.000 und 1 zu mehreren Millionen liegt, da eine große Anzahl von verschiedenen Gewebemerkmalen übereinstimmen müssen. Da nur in etwa 30% der Fälle ein näherer Verwandter als Spender in Frage kommt, gestaltet sich die Suche nach einem geeigneten Spender oft schwierig.

Eine große Erleichterung und Hoffnung für Erkrankte und deren Angehörige stellt hierbei die DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) dar, welche Typisierungen (also Bestimmung der wichtigen Gewebemerkmale) durchführt und eine Datei führt, in der die potentiellen Spender geführt werden und jederzeit für eine Knochenmarkspende bereitstehen. Momentan führt die Datei 1.816.100 Personen, die im letzten Jahr weltweit 2500 Leukämiepatienten helfen konnten.

Wie auch schon im Jahr zuvor der Abiturjahrgang 2008 führte die jetzige Jahrgangsstufe 13 des Hermann Vöchting Gymnasiums am 15. Oktober eine Typisierungsaktion der DKMS durch, die auf große Resonanz innerhalb der Stufe traf und bei der sich 73 neue „Lebensspender“ typisieren ließen.

Um diese im wortwörtlichsten Sinne lebenswichtige Aktion an unserer Schule zu einer Tradition werden zu lassen, wurde der „Staffelstab“ der Organisation der Aktion bereits an den Jahrgangsstufensprecher des nächsten Abiturjahrgangs Patrick Makarowski „weitergereicht“, welcher versprach, dass die Typisierung in diesem Jahr auf jeden Fall wieder durchgeführt werde.

Die Typisierung an sich besteht aus zwei Teilen und dauert im Idealfall ohne Wartezeiten höchstens zwei Minuten. Nach Aufnahme der persönlichen Daten begibt man sich zum bei der Typisierung anwesenden Arzt, setzt (oder legt, je nach Präferenz) sich hin und bekommt eine kleine Menge Blut (etwa 5 ml) abgenommen, bekommt noch eine kleine Stärkung und schon ist man fertig. Der Aufwand ist also verschwindend gering, der Nutzen kann allerdings riesig sein, wenn einem Menschen das Leben gerettet werden kann.

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– Christian Kraef