Bierbrauen in der FH Lemgo

Leistungskurs Chemie im Technikum – Unterricht mal ganz anders!

Kooperationsleistungskurs Barntrup/BlombergStatt stupide Theorie in der Schule zu pauken, versammelte sich der Kooperationsleistungskurs Barntrup/Blomberg zu einem Pilotprojekt „Bierbrauen“. Die Fachholschule Lippe – Höxter stellte den zehn angehenden Abiturienten und –Innen die Räumlichkeiten und Technik zur Verfügung. Unter Anleitung des Braumeisters Dipl.-Ing. Egon Kettern wurde Wasser in Bier verwandelt.

Die Schüler merkten, dass Bierbrauen ein langwieriger Prozess ist; bereits um acht Uhr morgens mussten sie eintreffen, das Malz schroten und in Wasser einmaischen. Während die Maische 2 Stunden lang verzuckerte, nutzte der Braumeister die Gelegenheit, den Schülern den gesamten Ablauf zu erklären. Obwohl das Sudwerk vor einigen Jahren fast vollständig automatisiert wurde, mussten die Leistungskursteilnehmer auch selbst Hand angelegen. Es wurden Proben entnommen und die Stammwürze bestimmt. Weil das Würzekochen ca. 2 Stunden dauerte, konnten die Schüler in dieser Zeit ihren Hunger in der hauseigenen Mensa stillen.

Im Anschluss daran wurden Experiment zur Qualitätsbestimmung des Malzes durchgeführt. Dazu gehören das Tausend-Korn-Gewicht und das Aussieben des Schrotes. Mit einem Ebullioskop wurde der Alkoholgehalt eines Bieres bestimmt.

Als Abschluss des arbeitsreichen Tages spendierte das Technikum hausgemachte Würstchen und Brötchen und natürlich auch das „flüssige Brot“. Die Schüler bewerten den praxisbezogenen Unterricht rückblickend positiv. „Im Gegensatz zum theoretischen Schulunterricht prägte sich der Lernstoff in der Praxis besser ein“, so Manuela Richert. Jennie Schellenberg meint: „So bekommt man einen Einblick in das Hochschulstudium,“ „Gut Ding braucht Weile“, resümierte Marvin Blum abschließend in Hinblick auf die Länge des Arbeitstages.

Nach vier Wochen der Gärung steht den Schülern nun ein Deputat von 30 Litern des selbstgebrauten Kellerbieres zum Eigenverzehr zur Verfügung.